Neue Käufertruppen
Profis entdecken Wohnimmobilien

Institutionelle Investoren interessieren sich wieder für Wohnungen. Das Analysehaus Bulwien-Gesa zählte im zweiten Quartal 2009 rund 17 700 verkaufte Wohnungen - das höchste Volumen seit dem vierten Quartal 2007, sofern man den Verkauf der LEG NRW mit 93 000 Wohnungen an die Goldman-Sachs-Gruppe vergangenes Jahr außer Acht lässt. Wohnungssuchenden hilft dies nicht - nur Bestände wechseln den Besitzer.



DÜSSELDORF. Den Durchschnittspreis im zweiten Quartal beziffert Bulwien-Gesa auf 644 Euro je Quadratmeter (qm). Zum Vergleich: In den Jahren 2006 und 2007 wurden in der Spitze mehr als 1 000 Euro/qm bezahlt. Interesse an Wohnimmobilien - ja, das gebe es, sagt Morten Hahn, Geschäftsführer von Dr. Lübke, einem Dienstleister mit viel Erfahrung auf dem Wohnimmobilien-Investmentmarkt. Aber eine wachsende Zahl von Besitzwechseln stellt er - anders als Bulwien-Gesa - noch nicht fest, vertraut aber darauf, dass die zum Jahresende kommen werden.



Nach wie vor passen die Preisvorstellungen der potenziellen Käufer und Verkäufer noch nicht zueinander. Und so lange die Finanzinvestoren, die mit billigen Krediten die Preise hochtrieben, ihre Zinsen zahlen, akzeptieren die Banken stillschweigend, dass die vereinbarten Verhältnisse von Kredit zu Wert (loan to value) nach Abwertungen der Bestände nicht mehr eingehalten werden. Deshalb wird noch nicht zu Schleuderpreisen verkauft.

Auf jeden Fall vorbei ist die Zeit, in der Finanzinvestoren wie Terra Firma oder Fortress auf einen Schlag Wohnungen für mehrere Milliarden Euro kauften. Nun kaufen die, die damals in den Bietergefechten nicht mithalten konnten: kommunale Wohnungsgesellschaften, Genossenschaften, sehr vermögende Privatpersonen, Versicherer und Altersversorger. Doch die einzelnen Deals fallen viel kleiner aus als früher: "Viele Transaktionen bewegen sich unter zehn Millionen, manchmal sogar unter fünf Millionen Euro", berichtet Bulwien-Gesa-Vorstand Andreas Schulten.

Als neue Käufergruppe treten nun Immobilien-Spezialfonds und geschlossene Publikumsfonds auf den Markt. Erstere poolen vor allem Gelder von Versicherungen und Versorgern. So legte gerade Axa Real Estate Investment Managers den Axa Immoresidental auf. Der Fonds soll ein 1,8 Mrd. Euro schweres Wohnungs-Portfolio aufbauen. Die KGAL, hinter der mehrere Kreditinstitute stehen, hat gemeinsam mit der Hansainvest, einer Tochter der Signal-Iduna-Versicherung, einen Spezialfonds auf dem Markt, der allein in diesem Jahr 150 Mio. Euro in Wohnungen investieren will. Derweil bringt die Engel & Völkers Capital recht flott ihren ersten geschlossenen Wohnimmobilienfonds unter die Privatanleger.

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