Neue Nutzung für Bürogebäude
Was tun mit den alten Hochhäusern?

Abreißen statt modernisieren. Die Eigentümer vieler Bürogebäude aus den 1960er- und 1970er-Jahren haben gar keine andere Wahl. Der Modernisierungsaufwand stünde in keinem Verhältnis zum Nutzen. Dem Chemie- und Pharmakonzern Bayer AG fiel eine andere Lösung für seine ehemalige Konzernzentrale in Leverkusen ein.

HB DUISBURG. Statt den 122 Meter hohen Turm zu sprengen, macht er ihn nun zum überdimensionalen Werbeträger. Das 1963 fertiggestellte, von den Architekten Hentrich, Petschnigg & Partner entworfene Gebäude wird nach seiner bald abgeschlossenen kompletten Räumung bis auf die Stahl- und die Deckenkonstruktionen entkernt. Das Skelett wird anschließend in ein transparentes und wetterbeständiges Edelstahlgewebe gehüllt. Auf einer Fläche von 1 500 Quadratmetern sollen dann 3,5 Mill. LED-Leuchten die Werbebotschaften des Hauses verkünden. "Hier an unserem Firmensitz entsteht eine der größten Medienfassaden der Welt", sagt ein Bayer-Sprecher.

Im Prinzip lässt sich auf der Fassade jede beliebige Visualisierung umsetzen - Kunst, Fotos, Filme oder Lichtinszenierungen. Doch künftig strahlt die Außenhaut des Gebäudes Tag und Nacht ein farbiges Bayer-Kreuz ab. Es wird das weithin sichtbare Bayer-Kreuz auf einer Stahlkonstruktion ablösen. Über den Etat, der für den Umbau und die aufwendige Installation benötigt wird, macht der Konzern keine Angaben. "Es ging uns jedenfalls nicht darum, Abrisskosten zu sparen, denn in die Entkernung investieren wir ja auch", heißt es in der Konzernzentrale.

Zum neuen Konzept gehört zudem, dass ein Teil des benötigten Stroms von einer eigens für das Gebäude errichteten Photovoltaikanlage geliefert wird. Das hält die Kosten im Rahmen und reduziert den CO2-Ausstoß. Noch diesen Sommer wird mit der Entkernung der Immobilie begonnen. Ab Frühjahr 2009 soll das Hochhaus seine ersten bunten Botschaften senden. Mitarbeiter und Anwohner hätten in einer Umfrage positiv auf die neue Nutzung reagiert, teilt der Konzern mit. Was ihn nicht vor Kritik schützt. Im Internet beklagt ein Anwohner vor allem den Abriss des alten Wahrzeichens: "Es ist einfach schade, dass man nicht beides nebeneinander stehen lassen kann. Der Stadt wird das Wahrzeichen genommen." Das Kreuz sei auf der ganzen Welt bekannt wie nur wenige andere Firmensymbole.

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