Offene Immobilienfonds
Neue Risiken für Immobilienanleger

Offene Immobilienfonds sind so beliebt, dass sie sogar Geld von Anlegern ablehnen. Doch es gibt Risiken: Eine Studie zeigt, wo Anleger mit sinkenden Renditen rechnen müssen – und welche Fonds runtergestuft werden.

FrankfurtAnleger von offenen Immobilienfonds schauen mit Sorge auf den 23. Juni. An diesem Tag stimmen die Briten über einen möglichen Abschied aus der EU ab („Brexit“). Nach Angaben des Ratinghauses Scope, das am Mittwoch sein neues Rating für offene Immobilienfonds präsentiert, haben die untersuchten Fonds mehr als zwölf Prozent der Gebäude-Verkehrswerte dort investiert.

Großbritannien ist das drittgrößte Land für Investitionen. 460 Millionen Euro an Mieteinnahmen kommen von dort - ein Anteil von etwa zwölf Prozent an der Gesamtsumme. „Wenn bei einem Brexit die Mieten und Immobilienbewertungen sinken, erwarten wir eine Auswirkung auf die Performance der Fonds“, sagt Scope-Analystin Sonja Knorr.

Der Fokus richtet sich auf die Hauptstadt, 81 Prozent der Mittel sind dort investiert.

Knapp drei Viertel der Investitionen in London liegen in Büroimmobilien. „Kurzfristig würde ein Brexit kaum Auswirkungen auf die Entwicklung der Fondsimmobilien haben“, sagt Knorr. „Nur 17 Prozent der Mieteinnahmen kommen aus dem potenziell am stärksten gefährdeten Finanzsektor.“ Und mögliche Einbrüche bei den Mieten und Wegzüge würden sich erst mit einiger Verzögerung auswirken.

Trotzdem ist die Brexit-Gefahr ein Problem. Einzelne Fonds wie der Hausinvest aus der Commerzbank-Gruppe haben gut ein Viertel der Investments in Großbritannien. Der Verkehrswert der Inselimmobilien beläuft sich hier auf knapp 2,5 Milliarden Euro.

Auch ohne Brexit-Risiko sind die Renditen der Fonds mit im Schnitt gut 2,5 Prozent überschaubar. Was in Zeiten niedriger Zinsen im Bereich sicherer Investments noch ansprechend sein mag, relativiert sich mit Blick auf die Kosten. Fünf Prozent Ausgabeaufschlag werden im klassischen Filialvertrieb fällig, erst nach der zweijährigen Mindesthaltedauer rentieren sich die Fonds also rein rechnerisch für die Anleger. „In Zukunft müssen Anleger mit tendenziell sinkenden Renditen rechnen“, sagt Knorr.

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Fondsmanager im Dilemma

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