Private und Institutionelle schichten ihre Portfolios um
Handel mit Anteilen an Immobilienfonds boomt

Das Geschäft mit gebrauchten Anteilen an geschlossenen Immobilienfonds blüht. Beim Marktführer werden inzwischen mehr Immobilien gehandelt als Schiffsbeteiligungen. Zweitmarktfonds finden günstigere Kaufgelegenheiten.

DÜSSELDORF. Beim Marktführer Fondsbörse Deutschland, dessen Handelsplattform im Internet (www.zweitmarkt.de) von den Börsen Hamburg, Hannover und seit neuestem München betrieben wird, übertrumpfte im Oktober das Immobiliensegment den bisher dominierenden Handel mit Schiffsbeteiligungen bei weitem. In nominalen Anteilswerten gerechnet wechselten Immobilienfondsanteile im Volumen von 10,7 Mio. Euro den Besitzer. Insgesamt wurden Anteile für zwölf Mio. Euro gehandelt.

Wettbewerber Deutsche Zweitmarkt AG (DZAG) meldet für das erste Halbjahr ein Verhältnis Schiffe zu Immobilien von neun zu eins, im dritten Quartal etwa eins zu eins. Hinter der DZAG stehen das Bankhaus M.M. Warburg und das Fondsemissionshaus Salomon als Großaktionäre. Die DZAG betreibt den Handel im Internet unter www.deutsche-zweitmarkt.de.

"Wir bekommen sehr viele neue Verkaufsaufträge", sagt Claus Wehr, der den Handel bei der Fondsbörse Deutschland leitet. Neben den Privaten seien auch Institutionelle dabei, ihre Portfolios umzuschichten. Tendenziell sind die Institutionellen auf der Käuferseite, suchen dabei Anteile im Nominalwert von 100 000 Euro aufwärts. Unter den Privaten seien viele, die nun auf Termingeldanlagen setzten, berichten Beobachter.

Die Preise seien vielleicht fünf Prozentpunkte heruntergekommen, sagt Dietmar Schloz, Manager bei der H.F.S. Hypo-Fondsbeteiligungen für Sachwerte, deren Immobilien-Zweitmarktfonds fast voll investiert ist. Aber das Angebot ist viel breiter geworden. "Wir kaufen nur noch Schnäppchen", sagt er.

"Viele Kunden wollen sich ohne Not von ihren Anteilen trennen",, stellt Roman Teufl, Geschäftsführer der HTB-Gruppe fest, die zurzeit mit einem zweiten geschlossen Fonds am Markt ist, der Immobilienfondsanteile aufkauft. Der Fonds werde für zehn bis 15 Mill. Euro Anteile erwerben. Teufl sieht tendenziell niedrigere Preise, vor allem aber ein breiteres Angebot. HTB erwerbe rund 60 Prozent der Fonds-Anteile über Börsen.

Dagegen stellt Wolf-Dieter Ruch, Geschäftsführer der RIG Invest-Real Gesellschaft für Zweitmarktemissionen, keinen Preisrückgang fest. Er sieht dies durch die gestiegenen Durchschnittskurse belegt. Seine Erklärung: "Bisher wurden viele Anteile an Schrottimmobilien angeboten, jetzt ist das Angebot qualitativ besser." Das hebt die Durchschnittskurse. Auch die RIG platziert zurzeit einen Immobilien-Zweitmarktfonds. Rund 30 Prozent der Ankäufe werden Ruch zufolge über die Fondsbörse Deutschland abgewickelt, über alle internetbasierten Plattformen zusammen seien es etwa 75 Prozent.

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