Berlin
Die Top-Lagen im Portrait

Der Markt in der Hauptstadt variiert je nach Objekt stark. Die besten Aussichten für Wohnungen haben Käufer im Osten der Stadt. Die Trendviertel, in denen die Preise steigen könnten, im Portrait.
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BerlinAls wäre es eine Starbucks-Filiale, sitzen die Menschen mit ihrer Latte Macchiato vor der Bäckerei Krülls in der Karl-Kunger-Straße im Ortsteil Treptow. Nebenan ein Geschäft mit billigen Taschen, ein bisschen weiter eine Beratungsstelle für Menschen, die vom Verlust der Wohnung bedroht sind, ein Laden für ökologische Babymode aus Skandinavien und die eine oder andere Bar, die genauso gut im angesagten Nord-Neukölln stehen könnte.

Treptow, genauer: das an Kreuzberg und Neukölln angrenzende und damit innenstadtnahe Alt-Treptow, ist im Umbruch. Und es ist der Aufsteiger unter den Berliner Ortsteilen, nicht nur nach dem Ranking von Immobilienscout24, wo es den Spitzenplatz im Segment Eigentumswohnungen einnimmt, sondern auch nach Einschätzung anderer Fachleute. „Treptow ist neben Tempelhof und Weißensee der meist unterschätzte Stadtteil Berlins“, findet Wohnungsmakler Nikolaus Ziegert. „Ein sehr spannender Bezirk“, bestätigt Rackham Schröder von Engel & Völkers. Sein Beleg: Um 80 Prozent stieg hier im vergangenen Jahr die Zahl der gehandelten Wohn- und Geschäftshäuser, mehr als irgendwo sonst in Berlin.

Den wichtigsten Grund für die wachsende Nachfrage sieht André Adami, Berliner Niederlassungsleiter des Marktforschungsinstituts Bulwien-Gesa, in den starken Preissteigerungen im Nachbarbezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Dort seien die Wohnungen so teuer geworden, dass viele Menschen nach Treptow ausweichen. Tatsächlich ist laut GSW-Wohnmarktreport Friedrichshain-Kreuzberg mit einer Durchschnittsmiete von acht Euro pro Quadratmeter bei neuen Verträgen mittlerweile der teuerste Berliner Bezirk.

Hinzu kommen die Qualitäten von Alt-Treptow. „Es ist ruhig und überschaubar“, sagt Claudia Ostwald, die seit 2002 im Stadtteil lebt. Spree und Landwehrkanal sind ebenso in der Nähe wie ausgedehnte Grünflächen. Ostwald begleitet derzeit eine Baugruppe, die in der Krüllsstraße ein Haus mit 39 Wohnungen errichten will. Es ist nicht das erste Projekt dieser Art in Treptow, und solche Baugemeinschaften gelten gemeinhin als Zeichen dafür, dass ein Viertel im Aufschwung ist.

Wohl deshalb regt sich Protest gegen die Gruppen. Im Visier hat die Anwohnerinitiative namens Karla Pappel aber auch Bauträgerprojekte wie die Elsengärten, die auf einem ehemaligen Parkplatz in der Elsenstraße realisiert werden sollen. „Dabei vertreiben wir niemanden“, betont Ulrich Schneider, Geschäftsführer von Trend Immo-Projekte. „Das Grundstück war ja bisher unbebaut.“ Vom Potenzial des Ortsteils ist auch er überzeugt: „Wir sind hier in der Mitte zwischen Alexanderplatz und dem neuen Großflughafen.“

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  • Ihre Berliner Karte ist doch total falsch; solche krasse Fehler bei der Darstellung des Immobilienmarktes der deutschen Hauptstadt ist schon für das Handelsblatt als grosse Wirtschaftszeitung zum wiederholten Mal eine Blamage. Proofreading wäre vielleicht verstärkt nötig.
    Eine treue alte Abonnentin

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