Immobilien
Wie der Umzug günstiger wird

Der Immobilienboom lässt nicht nur die Mieten steigen. Auch die Nebenkosten für Kaution und Makler gehen hoch. Wie sich Umzugswillige die Kaution sparen können – und beim Vermieter angemessene Zinsen durchsetzen.
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Wer nach Lüchow Dannenberg zieht, kann sich freuen. Neubürger, die sich von dem nahen Atomlagerstädten in Gorleben nicht abschrecken lassen, zahlen für die Miete in diesem Landkreis so wenig wie nirgendwo sonst in Deutschland. Nach einer Analyse des Immobilienportals Immobilienscout verlangen Vermieter in dem östlichsten Landkreis Niedersachsens zum Jahreswechsel nur 3,71 Euro pro Quadratmeter. Und: Seit 2010 sind die Mieten sogar um drei Prozent gefallen.

Die ländliche Region an der Elbe gehört zu den Ausnahmen in Deutschland. Denn nur in 31 von 202 Landkreisen sinken die Mieten. Denn der Boom am Deutschen Immobilienmarkt schlägt allmählich auch auf die Mieten durch. Niedrige Zinsen für Baugeld und Angst vor Inflation locken viele Investoren zum Kauf von Sachwerten. Vor allem in den Metropolen ist die Neubauquote noch immer zu niedrig. „In den meisten Ballungsräumen werden die Mieten auch weiterhin steigen, wobei in einigen Großstädten wie München oder Hamburg wohl bald die Obergrenzen erreicht sein werden“, sagt Michael Kiefer, Leiter Immobilienbewertung beim Internetportal.

In den teuersten kreisfreien Städten wie München, Frankfurt am Main oder Hamburg zahlen Mieter im Schnitt 10,70 Euro bis 13,00 Euro pro Quadratmeter. In den begehrten Viertel wie München Schwabing oder Hamburg Emsbüttel stiegen die Mieten zuletzt um mehr als sechs Prozent per annum.

Nicht nur steigende Mieten machen einen Umzug mittlerweile teuer. Die Nebenkosten eines Umzuges steigen mit den Mieten. „In den Top-Lagen der Großstädte findet man ohne Makler oder direkte Kontakte heute kaum noch frei verfügbare und vor allem passende Angebote“, sagt Kiefer. In der Regel werden die gesetzlich möglichen zwei Monatsmieten exklusive Nebenkosten fällig.

Auch die Kautionen steigen. Viele Vermieter schöpfen den gesetzlichen Rahmen von drei Bruttomonatsmieten aus. „Da auch noch Kosten für den Umzug anfallen, kann es für manchen Mieter sinnvoll sein, die Kaution anderweitig zu bezahlen, anstatt hohe Dispozinsen zu zahlen“, sagt Max Herbst, Inhaber der FMH Finanzberatung.

Mieter in Geldnöten haben die Wahl: Wenn der Vermieter mitmacht, können Banken oder Versicherer gegen Beitrag oder Zins für den Kautionsgeber bürgen. Der Vermieter erhält einen Beleg von dem Bürgen, dass er für die Kaution haftet. Im Streitfall kann er sich direkt an die Bank oder den Versicherer wenden.

Der Vorteil: Der Mieter spart sich hohe Kreditzinsen oder kann das Geld gewinnbringend woanders anlegen. Die realen Kosten für die Kautionsbürgschaften sind nicht einfach zu vergleichen, da neben Zinsen auch Gebühren anfallen. Die FMH-Analyse für Handelsblatt Online zeigt, wo Mieter am günstigsten wegkommen.

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Die besten Zinsen für Mietkautionskonten

Kommentare zu " Immobilien: Wie der Umzug günstiger wird"

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  • @ripede: ihrem Kommentar bzgl. der Maklersituation kann ich nur beipflichten. Zwar bin ich ein libertärer Marktverfechter, der selten den Staat zum Einschreiten bittet, jedoch sollte letzterer die Richtlinien für einen funktionsfähigen Markt definieren. Und die einseitige Abwälzung der Provision auf den Mieter entbehrt, meines Erachtens nach, jeglicher Logik.

  • Umzugskosten sind in der Tat inzwischen horrent, weil viele bei den Schwächsten (=Mieter) abkassieren wollen. Ein besonderes Ärgernis stellen Maklergebühren dar. Der Makler arbeitet überwiegend im Auftrag des Vermieters und übernimmt dessen Arbeit. Warum soll der Mieter dafür bezahlen, wenn der Vermieter kein "Bock" auf Arbeit hat. In GB ist es verboten, Maklergebühren auf Mieter umzulegen. Es wird höchste Zeit, das die Politik dieser deutschen Unsitte ein Riegel vorschiebt.

  • Ihren Kommentar kann ich nicht nachvollziehen.

    Seit 20 Jahren vermiete ich in München. Also einer "Ideal-Region".

    In München benötigt man als Vermieter für Renovationen, Handwerker und sonstige Kosten langfrisitg ca. Euro 3,--pro qm. Stark steigende Tendenz.

    Die Miete ist derzeit ca. Euro 10,-- pro qm.

    Wohlgemerkt, man hat kein Fremdkapital. Vor 15 Jahren war dieses Verhältnis günstiger.

    Primär sind die Nebenkosten für Mieter und Vermieter gestiegen.

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