Kölner Neustadt Nord
Pulsierendes Leben im Belgischen Viertel

Im Belgischen Viertel reiht sich die "Gay Community" von Köln an die Currywurst-Klientel an der Ehrenstraße. Vor allem gut verdienende Singles und Paare suchen hier nach entsprechenden Wohnungen.
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KölnAm Samstagnachmittag herrscht Hochbetrieb auf der Ehrenstraße. In den Shops auf der hippen Einkaufsstraße ist kaum ein Durchkommen, für eine Currywurst beim "Wurstseppel" an der Ecke zur Apostelnstraße stehen Hungrige Schlange und die "Gay Community" der Stadt fährt hier ihre Oldtimer spazieren. Wenige Hundert Meter weiter treffen sich abends die Kino- später die Partygänger am "Ring" zwischen Rudolfplatz und Christophstraße: Sonntagsmorgens um drei ist hier mehr los als mittags um zwölf. Nur wenige Straßen weiter liegt das Belgische Viertel. Das gehört zum großen Verwaltungsbezirk "Neustadt Nord", verdankt aber seinen Namen Adressen wie dem Brüsseler Platz, Antwerpener, Maastrichter, Limburger oder Brabanter Straße.

Hier, jenseits der mittelalterlichen Stadtmauer breitet sich das gründerzeitliche Köln aus - oder das, was noch davon übrig ist. Das 1902 eingeweihte Opernhaus gehört nicht dazu. Das überstand zwar die Bomben des Zweiten Weltkriegs, nicht aber die Modernisierungswut der Kölner Ratsherren. Sie ließen den Bau 1952 abreißen.

Was übrig blieb an alter Bebauung zwischen Ring, Aachener und Gladbacher Straße ist heute bei Mietern und Wohnungskäufern überaus gefragt. Vor allem gut verdienende Singles oder Paare - darunter nicht wenige Schwule und Lesben - prägen hier die Nachfrage. "Die Lagen zwischen Bahndamm und Ringen sind hochbegehrt", sagt Armin Wolfgang Müller. Der private Immobilieninvestor entwickelte vor knapp fünf Jahren die "Spichernhöfe": In der gleichnamigen Straße unmittelbar am Kölner Stadtgarten entstand in sieben aufwendig modernisierten historischen Gebäuden ein Mix aus Wohnungen, Showrooms und Bürolofts.

Die 23 Wohnungen vermietet Müller pro Quadratmeter und Monat für zwölf bis 17,50 Euro. Hier mieten Manager großer Konzerne, viele Medienleute, aber auch der ein oder andere Sportler. "In den vergangenen zehn Jahren hat sich das Viertel enorm entwickelt", sagt Müller. Viele Häuser wurden saniert und als Eigentumswohnungen verkauft.

Die Preise liegen jenseits der Marke von 2500 Euro pro Quadratmeter, wer einen der raren Neubauten sucht, muss mit mindestens 3000 Euro kalkulieren. Deutlich teurer soll es im nahe gelegenen Friesenviertel werden. Hier sollen in der einstigen Unternehmenszentrale der Gerling Versicherung 139 Wohnungen entstehen, Kostenpunkt: 4000 Euro pro Quadratmeter - mindestens.

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