Trendviertel 2011
Wo in Hannover die Immobilienpreise steigen

Die Landeshauptstadt kann für Immobilienkäufer lohnen. Die Preise sind längst nicht auf dem Niveau von München oder Hamburg. In welchen Quartieren Käufer Schnäppchen machen können und wo die Mieten steigen.
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Die Szenekneipe „Högers“ in der Südstadt Hannovers ist ein Sinnbild für den Wandel des Viertels. Als Gasthaus gebaut, viele Jahre als Ausstellungsraum eines Autohauses genutzt, ist der Treffpunkt am Stephansplatz wieder in. Alte Häuser werden in dieser Nachbarschaft erhalten und aufpoliert.

Die Stadt Hannover gibt sich Mühe, das Viertel in einem guten Licht darzustellen. Gleich fünf Repräsentanten des Viertels hat sie im „Högers“ für ein Interview zusammengetrommelt. Wo auch sonst, denn der Namensgeber der Szene-Kneipe ist Fritz Höger, der Architekt, der die Backstein-Moderne in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts etabliert hat. In Hannover prägt sein Baustil den südlichen Teil des Viertels.

Der Charme der Altbauten soll erhalten bleiben

Im Norden, dort wo die Südstadt an die Einkaufsstraßen in der Innenstadt angrenzt, dominieren Gründerzeitbauten aus dem 19. Jahrhundert den Altbestand. Etwa in der Stolzestraße, die in weiten Zügen unter Denkmalschutz steht. In der Gründerzeit begann man vier bis sechsstöckige Mehrfamilienhäuser auf den Rändern von Straßenblocks zu errichten. Ihre Fassaden sind reich mit Stuck verziert. Stadtplanerin Hanne Lahde-Fiedler ist daran gelegen, die schmucken Altbauten zu erhalten. Auch Günter Haese, der Chef der Wohnungsgenossenschaft Gartenheim, ist im Grunde davon überzeugt: Der Charme des Alten muss erhalten bleiben. Und seine Ansicht hat Gewicht. Die Genossenschaft hat 1500 Wohnungen in der Südstadt.

„Ein Wohnviertel, Kultur und Kneipen, aber teuer geworden“, hatte der Taxifahrer die Südstadt auf dem Weg ins „Högers“ beschrieben. „Ja“ teurer sei es geworden, gibt Bezirksbürgermeister Lothar Pollähne, ein Mann mit kräftigem blonden Schnauzer, zu. Doch die Südstadt habe ja auch einiges zu bieten. „Sieben Theater“, preist Pollähne die Kultur an. Und Lahde-Fiedler schickt hinterher: „Die Südstadt ist der Schulstandort in Hannover.“

Geboten werden nicht nur alle konventionellen Schultypen, sondern auch Alternativpädagogik von Montessori bis Waldorf. Damit punktet man bei jungen Familien. Diese sind es, die seit ein paar Jahren die ehedem langweilige Beamten-Vorstadt zwischen City im Norden, Maschsee im Westen, der Eisenbahntrasse im Osten und der Gilde-Brauerei im Süden in ein lebendiges Viertel verwandeln.

„Hier kann man Dinge machen, die woanders nicht möglich sind“, sagt der im Rheinland geborene Wohnungsgenossenschaftschef Haese. Man kann hochwertigen Wohnraum für Menschen schaffen, die von unterirdischen Wasseradern abgeschirmt werden wollen, viel Grün mögen, die Wände ihrer Wohnung mit elektromagnetische Strahlung absorbierendem Quarzsandgemisch verputzen lassen, und man kann dafür 12,50 Euro Miete je Quadratmeter im Monat verlangen. Haese hat das getan – mit Erfolg. Seine „Vasati“-Wohnungen, mit alternativem Charakter eher untypisch für eine Wohnungsgenossenschaft, sind allesamt vermietet.

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