Trendviertel 2012
Wo der Immobilienkauf in Regensburg lohnt

Regensburg boomt, jedes Jahr zählt die Bischofsstadt 1500 Einwohner mehr. Der Zuzug sorgt für einen permanenten Druck auf den Wohnungsmarkt. Für Investoren ist das ein Glücksfall, solange der Markt nicht überhitzt.
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DüsseldorfDer Regensburger, sagt Armin Wingerter, Junior-Chef der alteingesessenen Maklerfirma Wingerter, sei jemand, der seine Stadt liebe. Weswegen er sich auch für sie einsetze. Obwohl nicht gerade ein Hort der Aufmüpfigkeit, kämpften die Regensburger Ende der 1970er-Jahre immerhin mit Bürgerfesten für den Erhalt ihrer Altstadt, berichtet Michael Kroll, Geschäftsführer der Genossenschaft für nachhaltiges Bauen (Nabau). Die Kampf-Feste haben sich gelohnt: Sei Juli 2006 ist die komplette Altstadt Unesco-Weltkulturerbe.

Doch nicht nur Alteingesessene schätzen das Leben in der Bischofsstadt. Auch viele der etwa 30.000 Studenten wollen nach dem Studienabschluss bleiben und suchen einen Arbeitsplatz in der Stadt - mit gutem Erfolg. Andere werden von einer prosperierenden Wirtschaft angelockt, so dass die Bevölkerung Jahr für Jahr um 1000 bis 1500 Menschen wächst. Aktuell hat Regensburg etwa 150.000 Einwohner.

Der Zuzug bedeutet permanenten Druck auf den Wohnungsmarkt. Für Investoren ein Glücksfall: Denn weniger riskant als in Regensburg sind Wohnungsinvestitionen nur in München. Das stellt jedenfalls der Immobiliendienstleister Savills anhand von 17 Indikatoren in seiner Studie "Wohnungsmärkte in Deutschland" fest.

Zwar bestätigt Nabau-Chef Kroll, dass "in Regensburg soviel gebaut wird wie noch nie." Doch der Markt saugt das neue Angebot offenbar völlig problemlos auf. "Eigentumswohnungen sind quasi schon verkauft, bevor es überhaupt Bebauungspläne gibt", ergänzt Kroll.

Das gilt gleichermaßen für Wohnungen und Einfamilienhäuser. Das Immobilien Zentrum (IZ), größter Projektentwickler für Wohnhäuser in der Stadt, verkauft seine Objekte direkt vom Papier. "Die Situation bleibt angespannt. Ich erwarte nicht, dass es ein Jahr geben wird, in dem das Angebot an Neubauten die Nachfrage übersteigt", sagt IZ-Holding-Vorstand Ulrich Berger.

Die Savills-Analysten haben außerdem untersucht, ob das Verhältnis von Risiko zu Rendite angemessen ist und kommen für den Wohnimmobilienmarkt Regensburg zu dem Schluss: "adäquat bewertet". Und dies, obwohl die Kaufpreise überdurchschnittlich gestiegen sind: im Jahresverlauf um 6,2 Prozent.

Zum Vergleich: Im Durchschnitt aller deutschen Städte mit mehr als 25.000 Einwohnern stiegen die Preise auf den Wohnimmobilienmärkten um 4,7 Prozent. Laut dem Beratungsunternehmen F+B lag der mittlere Preis für Eigentumswohnungen Ende 2011 bei 2490 Euro pro Quadratmeter.

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  • Glückwunsch an alle Investoren,
    Beileid wer lediglich eine Wohnung oder ein Haus zum Wohnen möchte und Normalverdiener ist...

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