Renditevergleich
Welche Bausparkassen noch Topzinsen bieten

Bausparkassen leiden unter dem Zinstief am Markt. Denn viele Kunden nutzen hohe Zinsen, ohne ein Darlehen abzurufen. Nun motten viele Institute ihre Hochzinsangebote ein. Wie Zinsjäger trotzdem auf ihre Kosten kommen.
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DüsseldorfIn Zeiten niedriger Zinsen greifen Sparer gern bei den Bausparkassen zu. Denn auf diese Weise sichern sie sich schon heute attraktive Darlehenszinsen, falls die Renditen am Kapitalmarkt in einigen Jahren wieder deutlich höher liegen. Schließlich bieten die meisten Bausparkassen Darlehenszinsen zwischen 2,75 Prozent und 4,25 Prozent, wie Branchenbeobachter Max Herbst von der FMH Finanzberatung weiß.

Bei einigen wenigen Bauspartarifen liegen die Kreditzinsen bei fünf Prozent. Dafür gebe es aber auch drei Prozent an Guthabenzinsen, so Herbst. Auch solche, derzeit recht hohe Kreditzinsen sind für Häuslebauer kein Problem.

Denn wenn die Bank für ihr Darlehen später weniger verlangt als mit der Bausparkasse vereinbart, verzichtet der Kunde einfach auf das Bauspardarlehen. „Folglich sind hohe Guthaben- und Darlehenszinsen beim Bausparen nicht unbedingt falsch“, sagt Herbst. Doch funktioniert diese Rechnung auch für die Bausparkassen selbst?

Die Finanzaufsicht Bafin hat daran offenbar einige Zweifel. Deshalb führt die Bafin derzeit eine „Zinsrisikoumfrage“ unter den Baufinanzierern durch. Das ist nichts anderes als ein Stresstest: Wie lange halten die Bausparkassen es durch, in Zeiten niedriger Zinsen attraktive Guthabensätze zu bieten, aber gleichzeitig auf viele Darlehenszinsen zu verzichten?

Manche Bausparkassen haben die Zeichen der Zeit erkannt und werden schon vorsichtiger. So nimmt die BHW-Bausparkasse ab Januar 2013 den Tarif V3Plus aus dem Programm, stellt FMH fest. Dieser sei mit bis zu drei Prozent Guthabenzinsen ausgestattet gewesen. Die durchschnittliche Verzinsung des Guthabens in Höhe von 2,3 Prozent innerhalb von sieben Jahren liege um einiges oberhalb der sonst üblichen Bausparzinsen.

Hintergrund seien die geringen Anlagezinsen auf dem Kapitalmarkt. Die Bausparkassen könnten sich in diesem Umfeld immer seltener Tarifangebote mit hohen Guthaben- und Darlehenszinsen erlauben. Schließlich würden viele Bausparer später die Darlehen mit den hohen Sollzinsen nicht abrufen, sondern hätten es auf die attraktiven Guthabenzinsen abgesehen.

Die gute Nachricht für Renditejäger sei dabei: Auch wenn die BHW-Bausparkasse den Tarif bereits aus dem Internet entfernt hat, könnten Verträge mit der aktuellen Verzinsung noch bis Ende des Jahres abgeschlossen werden. Wenn die Bausparkasse mauern sollte, die Vertragsunterlagen sind auch über die FMH-Finanzberatung zu erhalten.

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