Rhein-Arcaden
Investor für Shoppingcenter finanziert Straßenbahn gleich mit

Mit einer Fläche von 22 000 Quadratmetern soll in Weil am Rhein bis 2011 ein weiteres großes Shopping-Center enstehen. Der Investor MFI AG stellte nun ihre Pläne für die so genannten Rheinarkaden vor und verriet: Auch die Infrastruktur der Kleinstadt soll ausgebaut werden.

WEIL AM RHEIN. Mit der Trambahn sollen die Schweizer künftig zum Shoppen ins badische Weil am Rhein kommen. In der 30 000-Seelen-Kreisstadt soll auf drei Grundstücken mit einer Fläche von insgesamt 22 000 Quadratmetern (qm) ein Einkaufszentrum mit 55 000 qm Bruttogeschossfläche entstehen. Die Idee für die sogenannten Rhein-Arcaden stellte der Essener Shoppingcenter-Entwickler MFI AG in dieser Woche dem Gemeinderat von Weil am Rhein vor.

Und die Investoren hatten einige Extras im Gepäck. Erstes Bonbon: MFI will den Ende Februar beschlossenen Ausbau der Straßenbahnstrecke zwischen Weil am Rhein und Basel um das Teilstück bis in die Innenstadt ergänzen. Ganz so weit nämlich reichten die Pläne der Stadtväter bislang nicht, da der Trambahn-Ausbau auf der Gemarkung Weil am Rhein ohnehin schon rund 30 Mill. Euro teuer wird. An den Kosten beteiligen sich zwar der Schweizer Bund, das Land Baden-Württemberg und der Landkreis Lörrach, für die Stadt bleibt trotzdem ein Finanzierungsvolumen von drei bis vier Mill. Euro. Ein Investor, der das letzte Teilstück baut, ist daher willkommen. Auch dessen Motive sind nicht uneigennützig, schließlich bringt die Verlängerung der Trasse den Geschäften der Rhein-Arcaden die Schweizer Kaufkraft bis vor die Ladentür. Dass im Einkaufszentrum später auch mit Schweizer Franken gezahlt wird hält MFI Projektleiter Klaus-Martin Callhoff deshalb für durchaus möglich.

Zweites Extra: In den Rhein-Arcaden sind 2 000 qm für Kultur und Wellness vorgesehen, denn in Weil am Rhein fehlt eine Stadthalle. „Das könnte eine Option sein“, meint Christoph Huber, Pressesprecher der Grenzstadt vorsichtig. 1 200 Stellplätze auf dem vorgesehenen zentralen Baugrund „Hangkante“ und 200 Park-and-Ride-Plätze, will der Investor zudem ans neue Einkaufszentrum anschließen. Alles in allem rechnet MFI mit einem Investitionsvolumen von 180 bis 190 Mill. Euro. Die Investoren möchten noch 2009 mit dem Bau beginnen und schon 2011 eröffnen. „Der Zeitplan kann realistisch sein, wenn es im Herbst einen Beschluss über den Bebauungsplan gibt“, glaubt Projektleiter Callhoff.

Doch die Stadtväter wollen in Ruhe entscheiden. Die Projektidee solle „in größtmöglicher Transparenz mit den zuständigen Gremien und der Öffentlichkeit beraten“ werden, sagt Oberbürgermeister Wolfgang Dietz. Nach der Sommerpause will die Gemeinde Bürger und Einzelhändler anhören, eine Bürgerversammlung wird nicht vor Oktober stattfinden. Außerdem steht ein Raumordnungsverfahren aus, und zwei Bebauungspläne müssen geändert werden. MFI also wird sich gedulden müssen. kbs

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%