Rostock
Immobilienentwickler brauchen langen Atem

In der größten Stadt Mecklenburg-Vorpommerns lässt man sich Zeit bei der Umsetzung neuer Projekte. Dem Markt hat das bisher nicht geschadet. Rostock zählt zu den teuersten Standorten in den neuen Bundesländern. Ein Immobilienboom aber blieb bislang aus. Was der Markt bei Bürogebäuden, Einzelhandel und anderen Segmenten hergibt.
  • 0

ROSTOCK. Endlich geht es los auf der Rostocker Holzhalbinsel. Anfang Dezember legte die Delta Development Group den Grundstein für ihr Neubauvorhaben auf der innerstädtischen Brachfläche, auf der jetzt unter dem Projektnamen Karavelle-Quartier ein Parkhaus, 5 200 Quadratmeter Bürofläche, ein Seniorenheim und Einzelhandelsflächen entstehen. In einem zweiten Bauabschnitt werden 38 Eigentumswohnungen folgen.

Das Projekt auf der Holzhalbinsel verrät einiges über den Rostocker Immobilienmarkt: Einerseits verfügt die mit 201 000 Einwohnern größte Stadt Mecklenburg-Vorpommerns über ein erhebliches Flächenpotenzial; andererseits dauert es lange, bis dieses Potenzial gehoben wird. Schon 2007 hatte das niederländische Unternehmen Delta angekündigt, von der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Wiro einen Großteil der Holzhalbinsel zu erwerben - doch der Baustart verzögerte sich immer wieder.

Rostock zählt zu den teuersten Standorten in neuen Ländern

Dabei sind die Rahmendaten nicht schlecht. "Neue Industrien wie die Windenergiebranche, der Dienstleistungssektor und die Tourismusbranche sind Treiber der Immobilienentwicklung", sagt Oberbürgermeister Roland Methling. Auch die Bevölkerungszahl stieg in den vergangenen Jahren.

Laut einem Marktbericht der TLG Immobilien GmbH gehört die Stadt zudem in den meisten Immobiliensegmenten zu den teuersten Standorten in den neuen Bundesländern: Die Mieten für Büroflächen erreichen zwölf Euro pro Quadratmeter und Monat, Geschäfte bis zu 75 Euro. Rekordverdächtig teuer sind Eigentumswohnungen, die im Badeort Warnemünde bis zu 4 600 Euro pro Quadratmeter kosten.

Wellnessressort kommt, Bürohäuser im Wartestand

Trotzdem resultiert daraus an der Ostseeküste kein Immobilienboom. Peter M. Feldmann, Vorstandssprecher der Deutsche Immobilien AG, kündigt zwar für 2010 den Baubeginn für ein rund 45 Millionen Euro teures Wellness Resort in Warnemünde an. Es soll an der Stelle des Spaßbades Samoa entstehen, das die Deutsche Immobilien AG nach dessen Insolvenz bereits 2003 übernommen hatte.

Keinen Zeitplan nennt Feldmann dagegen für die Bürohäuser am Kai mit 12 000 Quadratmeter Bürofläche "Wenn wir einen Ankermieter haben, werden wir mit dem Bau beginnen", sagt er. Das kann dauern, denn der Büromarkt sei gesättigt, sagt Kurt Reppenhagen, Leiter der Niederlassung Mecklenburg-Vorpommern der TLG Immobilien. Tatsächlich wurden im Jahr 2008 nach Angaben des Maklerverbundes Deutsche Immobilien Partner in Rostock gerade einmal 12 000 Quadratmeter Bürofläche vermietet.

Seite 1:

Immobilienentwickler brauchen langen Atem

Seite 2:

Kommentare zu " Rostock: Immobilienentwickler brauchen langen Atem"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%