Sinkende Mieteinnahmen verhageln die Renditen – Zeichner von Ost-Fonds können sich mit Steuervorteilen trösten
Immobilienfonds kürzen Ausschüttungen

Die Zeichner geschlossener Immobilienfonds müssen mit deutlich reduzierten Ausschüttungen rechnen. Grund ist die Flaute auf dem deutschen Immobilienmarkt. Die Mieteinnahmen gehen auf Grund hoher Leerstände vor allem in Ostdeutschland zurück. Aber auch Fonds, die im Westen investiert haben, reagieren mit verringerten Ausschüttungen auf Mindereinnahmen.

DÜSSELDORF. Jüngstes Beispiel: In der vergangenen Woche teilte die Fundus Fonds-Verwaltung GmbH mit: „Der Fundus-Fonds 27 befindet sich in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation, da die Mieteinnahmen nicht mehr für den Kapitaldienst ausreichen.“ Nur 50 Prozent des „Pyramide“ genannten Fondsobjektes sind vermietet – eine Folge der Situation auf dem Berliner Bürogebäudemarkt.

Der 1993 aufgelegte Fonds, der seinen Zeichnern dank Sonderabschreibungen nach dem Fördergebietsgesetz hohe Steuervorteile beschert hat, kann Zins- und Tilgungszahlungen nicht mehr leisten. Anfang August sollen die 2 665 Anleger über eine Auffanglösung entscheiden. Aus der von Fundus erstmals veröffentlichten Leistungsbilanz geht hervor, dass die „Pyramide“-Anleger noch nie eine Ausschüttung erhalten haben. Im Prospekt waren ihnen jährliche Zahlungen von 5,5 Prozent auf das Eigenkapital avisiert worden.

Nicht immer führen Mietausfälle dazu, dass die Banken um ihre Kredite bangen müssen. So stellt Fundus fest, dies sei der einzige Fonds, der seinen Verpflichtungen gegenüber den Gläubigern nicht nachkomme. Gleichwohl schütten weitere Fundus-Fonds nicht wie erwartet aus.

Und dies ist kein Einzelfall: „Ausschüttungskürzungen bei Ost-Fonds werden sich nicht vermeiden lassen“, bestätigt Robert List, Geschäftsführer der BVT Beratungs-, Verwaltungs- und Treuhandgesellschaft. Und wo die Tendenz hingeht, zeigt die Leistungsbilanz der Wert-Konzept Immobilienfonds GmbH niederschmetternd deutlich: Die Pfeile in der Rubrik „Gesamttendenz“ zeigen bei den Ost-Fonds nahezu ausschließlich nach unten. Dass gerade die Ost-Fonds so schlecht dastehen, liegt an einer allenthalben viel zu optimistischen Einschätzung des Immobilienmarkts nach der Wende.

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