Stahlwerk-Gelände
Oberhausen präsentiert Käufer für O.Visions

Als die nordrhein-westfälische Landesregierung entschied, für den Bau des Oberhausener Zukunftsparks "O.Vision" keine weiteren Fördermittel bereitzustellen, zogen die Oberhausener lange Gesichter. Jetzt kann Oberbürgermeister Klaus Wehling wieder lachen.

DUISBURG. Die Euro Auctions Immobilien GmbH, Dormagen, hat diese Woche zu einem nicht genannten Preis das komplette Gelände des ehemaligen Elektrostahlwerks an der Osterfelder Straße erworben.

Einen Monat nach der Ohrfeige aus Düsseldorf präsentiert die Stadt nun eine Gesellschaft, die eigens zum Erwerb und zur Vermarktung des 49 Hektar (ha) großen Grundstücks gegründet wurde und hinter der sich das Auktionshaus für Baumaschinen Euro Auctions Ltd. aus dem nordirischen Dromore verbirgt. "Wir freuen uns, dass wir professionelle Partner gefunden haben, die das Areal weiter entwickeln werden", sagte Wilfried Claus, Geschäftsführer der Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft Oberhausen GmbH (PBO) dem Handelsblatt. Zwar würde der seit 2001 geplante Zukunftspark mit den Themen Wellness und Gesundheit nun so nicht realisiert. Die neuen Eigentümer würden aber Teile aus dem ursprünglichen Konzept übernehmen.

Mit der Umwidmung und Vermarktung von Brachflächen hat die irische Gesellschaft selbst keine Erfahrung. Euro Auctions betrete Neuland, sagte Sprecher Paul McGrath. In Deutschland werde auf einem 27 ha großen Gelände in Dormagen ein Auktionshaus betrieben. In Frankfurt sei ein zehn ha großes Grundstück erworben worden.

Fehlende eigene Erfahrung soll ein Beraterstab ausgleichen. Für die Entwicklung des Areals gegenüber dem Einkaufzentrum "Centro" wurden der Spezialist für ausgefallene Freizeitanlagen, Drees & Sommer, an Bord geholt. Aus Essen stammt das Planungsbüro Atelier Stadt & Haus, das zusammen mit dem Architektenteam Kees Christiaanse (KCAP)/ASTOC Architects & Planners aus Rotterdam und Köln einen neuen Masterplan erarbeiten soll.

Die Essener sind nicht neu in dem Geschäft. Sie haben unter anderem die ersten Vorarbeiten zum Masterplan "Zukunftsstandort Zollverein" in Essen geleistet. Auch KCAP/ASTOC steht in Oberhausen nicht vor der ersten großen Brachfläche. Pläne der "Hafen-City" in Hamburg und der "Neuen Düsseldorfer Stadtquartiere" tragen die Handschrift der deutsch-niederländischen Arbeitsgemeinschaft. Begleitet wird der Investor ferner von dem lokal tätigen Immobilienunternehmen Ris Immobilien aus Neuss, der GmbH, die unter anderem auf die Reaktivierung von Grundstücken und Gewerbeobjekten sowie auf Bankverwertungen spezialisiert ist. Ihr Geschäftsführer Michael Rindert hatte den Kontakt zwischen Euro Auctions und der Stadt Oberhausen hergestellt.

Dass gegenüber dem Centro nun eine riesige Automeile entsteht, weil der nordirische Investor von Hause aus Baumaschinen versteigert, verneint Ris-Geschäftsführer Rindert. "Natürlich kann man sich an der Stelle auch hochwertige Automobilpräsentationen vorstellen. Aber die werden nicht das Gesamtkonzept bestimmen", sagte Rindert. Mobilität, Wellness, Freizeit und Gesundheit würden nach wie vor eine große Rolle spielen. Dem pflichtet auch Euro-Auctions-Sprecher McGrath bei: "Wir sind für alles offen."

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