Studenten ohne Wohnung
Die Ochsentour in den großen Städten

Die Wohnungsmärkte in den Metropolen spielen verrückt. Darunter leiden Studenten, die jetzt eine Bleibe suchen. In welchen Städten die Wohnungssuche aussichtslos erscheint. Und wie Studenten trotzdem fündig werden.
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Solche Nachrichten hört kein Student gerne. Die Wohnsituation für Studenten habe sich zum Wintersemester noch einmal deutlich verschärft, meldet der Berliner Immobilienentwickler GBI. Vor allem die Metropolen seien betroffen. In fünf der Top-Sieben-Städte habe sich die Lage für wohnungsuchende Studenten verschlechtert und das von einem bereits miserablen Niveau.

Beispiel München, der schlimmste Wohnungsmarkt für Studenten. 13,40 Euro kostet der Quadratmeter durchschnittlich. 490 Euro zahlen Studierende im Schnitt für ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft. Kein Pappenstiel bei durchschnittlichen Einnahmen von insgesamt 890 Euro. Und gerade mal jeder zehnte Studierende ergattert einen Platz in einem günstigeren Wohnheim.

Der Münchner Markt kann die knapp 18.000 neuen Studenten kaum aufnehmen. Im Saldo ziehen jedes Jahr mehr als 21.000 jungen Menschen neu nach München. Gerade einmal 15 Prozent der Studierenden haben eine eigene Wohnung. Auch in Hamburg und Frankfurt ist die Wohnungssituation für Studierende verheerend. Selbst in Städten wie Berlin, lange Jahre Mekka für günstigen Wohnraum, verschärft sich die Lage, ebenso in klassischen Unistädten wie Konstanz, Freiburg und Darmstadt.

„Diese Ergebnisse zeigen, wie stark die allgemeine Steigerung der Immobiliennachfrage die Wohnsituation der Studierenden beeinflusst“, sagt Stefan Brauckmann, Leiter Research der GBI. „Der dadurch entstehende Verdrängungswettbewerb trifft Studierende und andere junge Menschen in der Ausbildungsphase besonders hart.“

Die Lage scheint prekär. Aber wie gehen die Studenten selbst damit um? Drei studentische Aushilfen des Handelsblatts berichten, wie sie in den Brennpunkten des Immobilienbooms eine Wohnung ergattert haben oder abgeblitzt sind. Alle drei sind bestens ausgebildet und haben eine hervorragende Karriereperspektive.

Roman Tyborski versuchte in Köln eine Wohnung zu finden, Marcel Reich schildert seine Versuche in Düsseldorf. und Timo Steppat aus München. Die Erfahrungsberichte der drei Studenten zeigen den alltäglichen Wahnsinn des deutschen Mietmarktes, auf dem sich die Hochbegabten bei der Wohnungssuche mächtig quälen müssen.

Kommentare zu " Studenten ohne Wohnung: Die Ochsentour in den großen Städten"

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  • Wer in Jena studieren will, kann in Gera wohnen. Gera hat die niedrigsten Mieten in ganz Deutschland.

  • Solche Eltern sind mir die Liebsten, Herr Schoen: Wenn Papa im Anzug mit zur Wohnungsbesichtigung kommt und dem Makler die Kanzlei-Visitenkarte in die Hand drückt. Damit der Sohnemann ja nicht im fairen Wettbewerb sich mit den Wohnungsproblemen der 08/15-Studenten rumplagen muss.

  • Ähm, Entschuldigung, sie haben in ihrem Artikel eine Hälfte von Deutschland komplett vergessen. Ja, vielleicht sind in Jena die Mieten geringer als in München, nichtsdestotrotz ist aufgrund des geringeren Angebots und des geringeren Einkommens auch dort der Wohnungsmarkt sehr angespannt.

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