Studiengang Immobilenwirtschaft
International und praxisbezogen

An der Technischen Universität Berlin lernen Berufstätige in vier Semestern das interdisziplinäre Immobiliengeschäft. Weil auch der deutsche Immobilienmarkt von ausländischen Investoren bestimmt wird, setzen die Ausbilder voll auf internationale Studieninhalte.

BERLIN. „Am meisten habe ich vom interdisziplinären Ansatz profitiert“, sagt Valentin Benz. „Von der Mischung aus technischem, juristischem und betriebswirtschaftlichem Wissen.“ Der Berliner hat vor drei Jahren als einer der ersten den Master-Studiengang Real Estate Management an der Fakultät Planen, Bauen und Umwelt der Technischen Universität (TU) Berlin abgeschlossen. Heute ist er Geschäftsführer der Conecta Immobilien, eines Berliner Unternehmens, das Immobilien entwickelt, vermarktet und verwaltet. „Heute erkenne ich die Gesamtzusammenhänge besser“, sagt Benz, der vor seinem Studium als Projektentwickler Altbauten sanierte.

Seit fünf Jahren wendet sich der Weiterbildungsstudiengang an Berufstätige aus der Immobilienwirtschaft. Nach vier Semestern schließen sie ihr Studium mit einem Master-Titel ab. Die Veranstaltungen finden jeden Freitag und Samstag statt. Bewerben können sich Arbeitnehmer mit mindestens zwei Jahren Berufserfahrung und abgeschlossenem Studium, in Einzelfällen werden auch Berufsanfänger zugelassen. Ein Auswahlverfahren entscheidet über die Aufnahme der maximal 30 Studenten pro Semester. Ausgebildet wird in den Modulen Management, Ingenieurwissenschaft, Wirtschaft und Recht. Durch die Bündelung dieser vier Kompetenzen – zunächst noch an der Fakultät für Architektur – wollte Ideengeber und Dekan Rudolf Schäfer neue berufliche Perspektiven für die Studierenden schaffen.

Besonders wichtig ist dem Dekan die Nähe zur Arbeitswelt. In Kooperation mit einem Unternehmen arbeiten die Studenten in jedem Semester an einer aktuellen Aufgabe. „Wir machen keine Entwurfsarbeiten, sondern reale Projekte“, sagt Schäfer. Im Sommersemester entstand so aus der Arbeit der Zweitsemester eine Machbarkeitsstudie für die Nachnutzung des ehemaligen Güterbahnhofs in Berlin-Neukölln. Studierende des dritten Semesters fertigen gerade eine Risikoanalyse für eine ehemalige Bahnliegenschaft in Berlin-Zehlendorf an. Hilfe bekommen sie dabei sowohl von ihren Dozenten als auch von den Auftraggebern, darunter die Deutsche Post Bauen, die Gasag, der Liegenschaftsfonds Berlin oder auch die jüngst an die österreichische CA Immobilien Gruppe veräußerte, ehemals bundeseigene Immobiliengesellschaft Vivico Real Estate. „Die Projekte haben einen wichtigen Ausbildungseffekt“, sagt Ingo-Hans Holz, TU–Gastprofessor und Geschäftsführer des Projektentwicklers Beos. „Die Studenten machen alles, was in der Praxis wichtig ist; von der Diskussion mit den Auftraggebern bis hin zum Behördengang.

Um sich auf den internationalen Markt vorzubereiten, wird ein fester Teil der Vorlesungen auf Englisch gehalten. Für eine Woche kommen dazu in jedem Jahr Dozenten vom Real Estate Institute der School of Continuing and Professional Studies der New York University nach Berlin. Im Gegenzug fahren die Studierenden im Frühjahr für eine Woche ans Partnerinstitut in die USA. Mit der internationalen Ausrichtung komme man den Anforderungen der Wirtschaft entgegen, sagt Holz, denn „85 Prozent der Investoren in Deutschland kommen mittlerweile aus dem Ausland.“ Aber nicht nur mit der westlichen Welt kooperiert das Berliner Institut. Einen Dozentenaustausch gibt es auch mit der zweiten Partneruniversität, der Politechnika Gdanska, der technischen Universität Danzig.

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