Trendviertel 2014
München – das teuerste Pflaster Deutschlands

Im vergangenen Jahr wurden in München so viele Wohnungen gebaut wie schon lange nicht mehr. Doch mit der anhaltenden Nachfrage gingen auch die Preise weiter in die Höhe. Und der Boom ist noch nicht zu Ende.
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MünchenFür die Bayern hat es in diesem Jahr nicht für das Triple gereicht. Es blieb beim Fußball-Double aus Deutscher Meisterschaft und DFB-Pokal-Gewinn. Der Münchener Immobilienmarkt macht es dagegen seit Jahren nicht unter dem Triple in Deutschland: die teuersten Einfamilienhäuser, die teuersten Eigentumswohnungen, die höchsten Mieten. In keiner Stadt Deutschlands ist der Anteil von Wohnungen größer, die zu mehr als 10.000 Euro je Quadratmeter verkauft werden, als in der bayerischen Landeshauptstadt, wie vdp Research herausgefunden hat.

In Düsseldorf bremst das üppige Neubauangebot den Preisauftrieb. In München sind im vergangenen Jahr 42 Prozent mehr Wohnungen gebaut worden als ein Jahr zuvor. Doch die Preise sind unvermindert gestiegen. Das höhere Neubauvolumen entpuppt sich bereits als Strohfeuer. „Die Baugenehmigungen sind 2013 deutlich rückläufig“, stellt vdp-Analystin Hildegard Höhlich fest. Gleichzeitig sei die Zahl der Besitzwechsel bei Eigentumswohnungen um rund zwölf Prozent gesunken. „Das bedeutet, dass sich die Verkäufer zurückhalten“, sagt Höhlich, die gleichzeitig eine ungebrochene Nachfrage sowohl bei Luxuswohnungen bis zu Objekten in mittleren Lagen feststellt. „Der Boom hält noch an“, bestätigt Florian Gros, Chef des Münchener Büros von Engel & Völkers, einer auf die Vermittlung hochwertigen Wohnraums spezialisierten Maklerkette.

Trendviertel 2014: Die besten Lagen von München im Stadtplan

Da überrascht es nicht, dass auch die Marktforscher von Bulwien-Gesa noch eine Weile von überdurchschnittlich steigenden Preisen und Mieten in München ausgehen. Allerdings wird der Anstieg nicht mehr so rasant sein wie in den Vorjahren (siehe nächste Seite). „Ich glaube, die Preiskurve wird abflachen“, sagt Sven Keussen, Geschäftsführender Gesellschafter des Maklerhauses Rohrer Immobilien in München. Engel & Völkers-Makler Gros sieht das ähnlich. Obwohl die Nachfrage sehr, sehr hoch sei, würden die Kunden nicht mehr bei jedem Preis mitgehen.

Allerdings meint Keussen: „Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank, die Zinsen zu senken, wird noch einmal einen kurzfristigen Nachfrageschub auslösen.“ Während sich Immobilienverkäufer über die Zinssenkung freuen, diskutieren Volkswirte bereits über eine Zinswende, das heißt Leitzinserhöhungen, die über kurz oder lang das Zinsniveau insgesamt anheben würde. „Vielleicht reißt der Boom ab, wenn es zu einer Zinswende kommt“, warnt Keussen.

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