Urteil
Altbau: So viel Trittschallschutz muss sein

Wird das bisher ungenutzte Dachgeschoss zu einer Wohnung ausgebaut, kann es mit der Ruhe in der darunter liegenden Wohnung vorbei sein. Insbesondere dann, wenn Anforderungen an den Trittschallschutz nicht eingehalten werden.

So ging es Mietern in einem im Jahr 1918 errichteten Haus. Nach 14-jähriger Mietdauer wurde das Dachgeschoss ausgebaut. Weil danach laute Geräusche von oben störten, beauftragten die Mieter einen Gutachter, der einen Pegel von 58,5 Dezibel maß. Zu viel, meinten die genervten Mieter und forderten eine Nachbesserung – zumindest die zum Zeitpunkt des Ausbaus geltenden technischen Vorschriften müssten nach ihrer Meinung eingehalten werden. Die DIN-Grenzwerte betragen 53 Dezibel für normalen und 46 Dezibel für erhöhten Schallschutz.

Der Streit landete vor Gericht. Letztinstanzlich gab der Bundesgerichtshof (BGH) den Mietern Recht (Az.: VIII ZR 355/03) Der Vermieter muss zumindest die normalen, zur Zeit des Umbaus gültigen Anforderungen an den Trittschallschutz von höchstens 53 Dezibel herstellen, die Gutachterkosten übernehmen und einen Teil der Miete zurückzahlen.

Laut BGH könne ein Mieter zwar grundsätzlich nicht verlangen, dass der Vermieter die Wohnung in einen Zustand versetzt, der im Hinblick auf Schallschutz dem aktuellen Stand der Technik bei Abschluss des Mietvertrages entspricht. Wenn der Vermieter jedoch Umbauten vornimmt, die künftige Lärmquellen zur Folge haben, so muss er sich an die aktuellen DIN-Normen halten.

Ob die Mieter darüber hinaus auch den erhöhten Schallschutz von maximal 46 Dezibel einfordern können, muss jetzt noch ein Berufungsgericht klären. Die Mieter behaupten, der Vermieter hätte ihnen vor dem Umbau einen erhöhten Trittschallschutz zugesagt.

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