US-Immobilienmarkt
Schrotthäuser als Geldanlage

In den USA kommt ein Trend wieder in Mode, der längst vergessen schien. Investoren spekulieren mit Schrottimmobilien. Mehr als zehn Prozent Rendite sind damit drin. Ungute Erinnerungen an die Immobilienkrise werden wach.
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New YorkJohn Helmick kauft gerne Häuser, in denen es nach Katzenpisse stinkt. Er stört sich auch nicht daran, wenn sich Ratten, Fledermäuse oder andere Tierchen eingenistet haben. Seine sieben Jahre alte Firma Gorilla Capital, mit Sitz in Eugene im US-Bundesstaat Oregon, hält Ausschau nach den schlimmsten Objekten am Markt. Dann steckt er Geld in eine umfassende Renovierung und verkauft die Immobilien nach 60 bis 120 Tagen mit einem durchschnittlichen Ertrag von 13 Prozent.

Unter Kennern wird diese Art von Geschäften als „Flipping“ bezeichnet - Erwerb und Weiterverkauf von Häusern innerhalb von sechs Monaten. Allein im vergangenen Jahr hat Helmick mit 400 Immobilien derartige Geschäfte gemacht. In diesem Jahr rechnet er mit 500 verkauften Objekten in acht US-Bundesstaaten. Damit ist Gorilla Capital eine der größten Firmen in diesem Bereich in den Vereinigten Staaten.

„Es gibt eine Menge Leute in der Branche, die nichts machen wollen, oder einfach nur malern und einen neuen Teppich verlegen. Und bei dieser Art von Häusern ist die Konkurrenz viel größer“, sagt er. „Die Häuser, die wir kaufen, würden die meisten Leute nicht mal anfassen.“

Da die Häuserpreise in den USA derzeit so schnell anziehen wie zuletzt auf dem Höhepunkt des Immobilienbooms 2006, kommt Flipping wieder in Mode. Derartige Transaktionen könnten in diesem Jahr einen neuen Rekordwert erreichen.

Im ersten Halbjahr 2013 haben solche Geschäfte bereits laut Bloomberg um 19 Prozent zugelegt, verglichen mit demselben Zeitraum des Vorjahres. Das geht aus Daten von RealtyTrac hervor. Im Vergleich zu 2011 liegt die Zunahme den Angaben zufolge sogar bei rund 74 Prozent. Gleichzeitig ist die Anzahl der zum Verkauf stehenden Häuser in den USA im Januar auf den tiefsten Stand seit 1999 gefallen ist.

Investoren verkaufen ihre Immobilien dabei in einen Markt hinein, auf dem es von Private-Equity-Firmen, die im großen Stil Mietimmobilien-Firmen aufbauen, und von potenziellen Eigenheimbesitzern, die von den noch niedrigen Hypothekenzinsen profitieren wollen, wimmelt.

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„Jetzt brennen Idaho und Utah“

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  • Bernanke kann nicht pleite machen...

    die können einfach unbegrenzt nachdrucken...

  • Bernanke kauft für 40 Mrd $ Monat für Monat solche Pakete.Er ist für derlei Spekulanten die perfekte Gelddruckmaschine.Bernanke kann nur hoffen,dass ihm "seine Schuldner" treu bleiben und immer schön ihre Raten zahlen, sonst geht´s ihm wie der IKB,Sachsen-LB,West-LB,Bayern-LB,Lehman Brothers and so on... .


    Aber wahrscheinlich ist er dann gar nicht mehr im Amt und spielt dann er wie jetzt Greenspan den Ahnungslosen,nach dem Motto: "Mein Name ist Hase,ich weiß von nichts....".

  • Was will man mehr erwarten? Die Zentralbankidioten liefern die Munition für den nächsten Crash.

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