US-Immobilienmarkt
Zwangsversteigerungen schnellen auf Rekordhoch

Die steigende Arbeitslosigkeit hat die Zahl der Zwangsversteigerungen in den USA in die Höhe schnellen lassen. Die Pleitewelle der Immobilienkäufer dürfte noch länger über das Land rollen. Hoffnung schöpfen Analysten aus den Daten zu den Immobilienpreisen.

HB NEW YORK. Im ersten Halbjahr seien mehr als 1,9 Millionen Zwangsbescheide verschickt worden, 1,5 Millionen Immobilien seien davon betroffen gewesen, teilte die Immobilienfirma RealtyTrac am Donnerstag mit. Das seien neun Prozent mehr als im zweiten Halbjahr 2008.

Inzwischen habe die steigende Arbeitslosigkeit die Verschärfung bei den Konditionen als wichtigsten Grund für das Platzen der Kredite abgelöst. "Die große Zahl an Schuldnern, bei denen die Hypothek den Wert des Hauses übersteigt, stellt ein Risiko dar", sagte RealtyTrac-Chef James Saccacio. Schon im ersten Halbjahr erhielt einer von 84 Haushalten mit Hypothek mindestens einen Zwangsbescheid.

Ende Juni waren 6,88 Millionen Menschen länger als eine Woche arbeitslos und damit so viele wie nie zuvor. Die US-Notenbank Fed erwartet einen Anstieg der Arbeitslosenquote auf zehn Prozent - derzeit sind es 9,5 Prozent. Die Wirtschaft bleibe weiterhin verwundbar, die Aussichten für den Arbeitsmarkt seien für längere Zeit sehr schlecht, schrieben die Notenbanker. Die Wirtschaft dürfte sich aber in den kommenden Monaten aus der Rezession lösen.

US-Präsident Barack Obama will mit einem staatlichen Hilfspaket eine weitere Verschärfung der Lage am Immobilienmarkt verhindern. Nach Einschätzung von Branchenexperten machen die Programme, mit denen in Schwierigkeiten geratene Hypothekenschuldner unterstützt werden, jedoch nur langsame Fortschritte.

RealtyTrac erwartet für dieses Jahr vier Millionen Zwangsversteigerungen, nach 3,1 Millionen 2008 - normalerweise kommen jährlich nur ungefähr 800 000 Häuser unter den Hammer.

Die Pleitewelle der Immobilienkäufer dürfte noch länger über das Land rollen: "Das wird noch mindestens ein bis zwei Jahre dauern", sagt Bernd Weidensteiner, US-Experte bei der Commerzbank. Dabei trifft es schon lange nicht mehr nur die Schuldner schlechter Bonität, die sich auf Kredite mit variablen Zinsen eingelassen haben, die als "Subprime-Kredite" weltweit für Aufsehen gesorgt haben. Erstmals seit dem Zusammenbruch des Marktes für diese giftigen Papiere stellten zu Jahresauftakt die solideren Hypotheken mit festem Zinssatz den größten Teil der Zwangsversteigerungen, wie eine Vereinigung von Hypothekenbanken erklärte.

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