USA
Exodus an der Wall Street

Die großen Banken und Wertpapierhäuser in New York dürften dieses Jahr so viel Bürofläche aufgeben noch nie. Damit verschärfen sie den schlimmsten Einbruch des Marktes für Geschäftsimmobilien seit über einem Jahrzehnt. Banken wie JPMorgan Chase & Co., Citigroup Inc. und andere Branchenvertreter haben bereits 430 000 Quadratmeter geräumt.

NEW YORK. Die großen Banken und Wertpapierhäuser in New York dürften dieses Jahr so viel Bürofläche aufgeben noch nie. Damit verschärfen sie den schlimmsten Einbruch des Marktes für Geschäftsimmobilien seit über einem Jahrzehnt. Banken wie JPMorgan Chase & Co., Citigroup Inc., die bankrotte Lehman Brothers Holdings Inc. und andere Branchenvertreter haben bereits 430 000 Quadratmeter (qm) geräumt, und es werden voraussichtlich noch einmal 370 000 qm hinzukommen, prognostiziert das Maklerunternehmen CB Richard Ellis (CBRE) aus Los Angeles. Insgesamt besetzen Finanzunternehmen etwa ein Viertel der 34 Mio. in Manhattan verfügbaren Büroquadratmeter.

Hintergrund der Flucht sind Rezession und Kreditkrise, wegen der Banken, Investmentbanken und Versicherer auf dem amerikanischen Kontinent bisher mehr als 177 000 Mitarbeiter entlassen haben. "Ganze Teile der Branche sind weg", sagt Marisa Di Natale, Chef-Volkswirtin von Moody?s Economy.com, einem Anbieter von Wirtschaftsdaten und-analysen aus West Chester im US-Bundesstaat Pennsylvania. Sie geht davon aus, dass es bis Ende 2012 dauern wird, bevor am Immobilienmarkt wieder eine Erholung einsetzt. Die Leerstandsquote wird bis Jahresende voraussichtlich 15,6 Prozent erreichen. Damit läge sie so hoch wie zuletzt 1996, wie die Daten von CBRE belegen. Derzeit sind im Verhältnis bereits so viele Büros unvermietet wie zuletzt im Jahr 2004, und die Mieten sind um fünf Prozent gefallen. Dies ist der schärfste Einbruch seit mindestens zwanzig Jahren.

Neben den Leerständen wächst auch die zur Untervermietung angebotene Fläche. Im Jahre 2003 standen im Zentrum 1,37 Mio. qm zur Untervermietung zur Verfügung. Wenn Finanzunternehmen so viel Büroraum aufgeben, wie CBRE erwartet, dürfte dieser Rekord übertroffen werden. Fast 40 Prozent aller untervermieteten Büroflächen werden schon heute von Unternehmen aus der Finanzbranche angeboten.

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