20 Jahre Amazon-Aktie
Mit 2000 Dollar Einsatz zum Millionär

Vor 20 Jahren ging der Online-Händler Amazon an die Börse. Nach anfänglichen Höhen und Tiefen klettert die Aktie derzeit von Rekord zu Rekord. Ein berühmter Börsianer hadert besonders mit der verpassten Einstiegschance.
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FrankfurtAuch ein Orakel liegt mal daneben. Mit der verpassten Investment-Gelegenheit vom 16. Mai 1997 hadert Warren Buffet bis heute. Vor exakt 20 Jahren ging der Online-Händler Amazon an die Börse. Der Starinvestor, den Fans das „Orakel von Omaha“ nennen, hätte sich für 18 Dollar pro Anteilsschein an dem aufstrebenden Unternehmen aus Seattle beteiligen können. Doch Buffet tat: nichts. Der bis dato wenig bekannte Gründer und CEO, Jeff Bezos, die damals hoch erscheinende Marktkapitalisierung von 660 Millionen Euro – Buffet lehnte dankend ab. „Ich war zu blöd, um zu realisieren, was passieren würde“, saget er kürzlich freimütig zu einem Aktionär, der wissen wollte, warum Buffett nie in Amazon investiert habe.

Passiert ist eine Börsen-Erfolgsstory, wie sie nur in den USA möglich erscheint:  Innerhalb von 20 Jahren stieg der Börsenwert von Amazon von 660 Millionen auf 460 Milliarden Dollar. Eine einzelne Aktie verteuerte sich von 18 auf 957 Dollar. Damit ist Amazon heute das viertwertvollste Unternehmen weltweit. Nur Apple, die Google-Mutter Alphabet und Microsoft werden derzeit höher gehandelt.

Berechnet man die drei Aktiensplits von Amazon mit ein, reduziert sich der Ausgabepreis für eine Amazon-Aktie sogar auf 1,96 Dollar, wie das US-Finanzportal „The Street“ vorrechnet. Zu dem aktuellen Kurs bedeutet das einen Anstieg um den Faktor 490. Wer damals nur 1000 Euro investiert hätte, dessen Anteile wären heute rund 640.000 Dollar wert.

Besser traf es nur jene Gruppe von 20 Investoren, die bei Firmengründung 1994 Risikokapital bereitstellten. Sie erhielten für 50.000 Dollar ein knappes Prozent an der Firma. Ihre unverwässerten Anteile wären heute 3,5 Milliarden Dollar wert. Wie Firmengründer Bezos später einmal enthüllte, gehörten auch seine Eltern zu jenen frühen Investoren. Dass sie ihrem Sohn ihr Erspartes anvertrauten, habe sich für sie ausgezahlt, sagte Bezos. „Es hätten keinen zwei netteren Menschen passieren können“.

Bezos selbst glaubte von Beginn an den Erfolg seines Unternehmens: „Wenn man sich die jährliche Wachstumsrate von 2000 Prozent ansieht, will man einfach unbedingt dabei sein“, sagte er im März 1997 in einem Werbe-Video. Er wies jedoch auch auf die Risiken des Geschäftsmodells im für viele völlig neuen Internet hin: „Die Sache ist: Das Internet kann dir dabei helfen tausende Kunden zu gewinnen – oder zu verlieren.“  

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