20 Prozent Verlust
Die Entzauberung der Apple-Aktie

Der Technologieriese Apple hat seine Aktionäre lange mit immer höheren Kurssprüngen verwöhnt. Doch die Konkurrenz schläft nicht und ist nur einer der Gründe, warum die Aktie seit September auf Talfahrt ist.
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DüsseldorfDie Apple-Aktie legte am Freitag 1,4 Prozent zu und kostete damit 545 Dollar. Doch diese Kursrichtung ist für das Papier des Technologieriesen längst nicht mehr selbstverständlich. Seit dem 21.September 2012, an dem die Aktie ihr Allzeithoch von 705 Dollar erzielte, hat sie mehr als 20 Prozent verloren. Eine solche Kursentwicklung ist auch als Bären-Markt bekannt. Trotz des Kursrückgangs ist Apple jedoch gemessen an seinem Marktwert noch immer das wertvollste Unternehmen der Welt.

Der Absturz kam quasi mit Ansage, denn an großen Innovationen wie in der Vergangenheit fehlte es zuletzt. Die Präsentation des iPhone 5 – der Goldesel des Konzerns – überzeugte die Börsianer, die kleine Revolutionen gewohnt sind, nicht wirklich. Die Aktie erhielt keinen Aufschwung.

Hinter der schlechten Entwicklung steht nach Meinung von Experten nicht zuletzt die zunehmende Konkurrenz auf den Tablet-Markt, den Apple lange Zeit unangefochten dominiert hatte. Doch die Wettbewerber schlafen nicht und machen Boden gut. Dem versuchte Apple mit dem neuen iPad Mini entgegenzuwirken, konnte aber auch damit die Börse nicht wirklich überzeugen. Hinzu kommt, dass der Konzern nicht mit der Produktion von iPhones hinterherkommt.

Analysten bleiben optimistisch

Branchenkenner Garcha Kulbinder von der Credit Suisse sieht für die Aktie ein Kursziel von 750 Dollar. Er geht davon aus, dass der US-Computerkonzern das Weihnachtsgeschäft mit PCs, Tablets und Smartphones dominieren wird. Dem Konzern dürfte daher ein robustes Gewinnwachstum bevorstehen.

„Bei Umsatz und Ergebnis hat Apple die Markterwartungen erfüllt“, schreibt Analyst Markus Friebel von Independent Research. Die zahlreichen Produktneuheiten dürften sich seiner Meinung nach erst im laufenden Quartal richtig auf Umsatz und Ergebnis auswirken. Er habe daher seine Gewinnprognosen (Gewinn pro Aktie) für das laufende und das nächste Geschäftsjahr erhöht.

Ahmad Adnaan von der Berenberg Bank sieht bei der Apple-Aktie erst einen Wendepunkt, wenn das Unternehmen aus einem „Technologie-Titan“ zu einem „Technologie-Dinosaurier“ wird. Dazu müsste jedoch die Nachfrage beim iPhone nachlassen, was aber frühestens in einem Jahr der Fall sei.

Insgesamt rät kein Aktien-Analyst zum Verkauf der Aktie. Doch auch die Lobgesänge von der 1.000-Dollar-Marke verstummen immer mehr. Mittlerweile scheint die Börse wohl zu verstehen, dass Apple auch nur mit Wasser kocht.

 

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
Walter Epp
Walter Epp
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter

Kommentare zu " 20 Prozent Verlust: Die Entzauberung der Apple-Aktie"

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  • Großartig: alle Apple-Bullen dürfte auf diese Headline gewartet haben, wo sich erste Skepsis regt, besonders wo die Medien anfangen zu berichten, dass der große Fall des Giganten Apple bevorsteht. Die nicht-schlafende Konkurrenz schließt auf... Haha... Wem ist eigentlich klar, dass der Absatz Apples in Asien (besonders in China) immer noch winzig ist im Vergleich zum Heimatland USA? Wem ist eigentlich klar, dass sich die im Artikel thematisierten Analysten in ihren Prognosen vermutlich nur auf den US-amerikanischen Markt fokussieren? Ein Drop in Richtung 500 USD ist denkbar, dreht Apple dort wieder Long, ist das fast schon ein "Strong-Buy" und ein Break des ATH ist nur eine Frage der Zeit... Ein Double Up in Richtung 1.000 USD scheint da fast nur eine Frage der Zeit... Deutlich unter 500 USD würde sich das Bild eintrüben, aber glaubt da vor dem Hintergrund der Innovations-Power Apples tatsächlich jemand dran?

  • Ich frage mich wo die Analysten ihren Optimismus hernehmen, Apple verkauft nicht mehr nur an seine preisunsensitive Jüngerschar sondern auch an Otto Normaluser/in.
    Die haben inzwischen die Wahl zu günstigeren und teilweise besseren Geräten mit herausnehmbarem Akku und MicroSD Kartenslot.
    Mir hat ein Applejünger erklärt was denn für toller Prozessor in seinem Telefon steckt und welch geile Technik. Ich hab mein Iphone 3G verkauft und mir neueres Modell der Konkurrenz zugelegt bin bis jetzt durchaus zufrieden zumal über den größeren Bildschirm.
    Apple spürt den feuchten Atem der Konkurrenz im Nacken, fallende Margen keine neuen Massenprodukte, eine Mini Ipad nix neues auch ITV wird Apple nicht den Kurs retten.

    Knabbert die Konkurrenz erstmal erfolgreich an der Cashkuh Iphone dann wars das mit den dicken Aktienkursen.
    Apple ist mit seiner Abhängigkeit vom Iphone zum One trick pony geworden.

    Wenn ich Charttechniker wäre würde das deutliche durchschlagen der 200 Tage Linie anführen. Bei den fundamentalen Dingen fällt mir das Chaos in der Führungsetage und die aus meiner Sicht in letzter Zeit mangelnde Innovationskraft auf. Hinzu kommen son paar nicht ganz unwichtige verlorene Prozesse.

    Nokia hat auch mal gedacht es sei to big to fail, aber wie heißt so schön Hochmut kommt vor dem Fall und viele Hunde sind des Hasen tod.

    Apple wird wohl nicht pleite gehen aber ziemlich zügig abmagern ist durchaus drin.

    Ich bin übrigens Short in Äpfeln ungefähr seit einem Jahr langsam machts wieder Spaß.

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