300 Millionen neue Anteilsscheine
Preis für neue Deutsche-Bank-Aktien steht fest

Der milliardenschweren Kapitalerhöhung der Deutschen Bank steht nichts mehr im Weg. Die Bezugsrechte sollen ab Freitag gehandelt werden. Die Bank streicht mehr ein, als sie zunächst erwartet hatte.
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FrankfurtDie Deutsche Bank startet mit ihrer milliardenschweren Kapitalerhöhung, um mit dem frischen Geld die Konkurrenz bei der Finanzausstattung einzuholen oder zu übertreffen. Das Institut gibt fast 300 Millionen neue Aktien zum Preis von je 22,50 Euro aus. Für jeweils 18 Aktien können Aktionäre fünf neue Papiere kaufen.

Die Bezugsrechte für die Aktien sollen ab Freitag an der Börse gehandelt werden können. Der Preis für die frischen Aktien ergibt nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters einen Abschlag von 21 Prozent auf den um den Wert der Bezugsrechte bereinigten Aktienkurs. Damit musste die Deutsche Bank keinen sehr großen Rabatt gewähren – die Commerzbank hatte im vergangenen Jahr bei einer Kapitalerhöhung 38 Prozent Nachlass gegeben. Zuletzt hatten Anleger mit einem Preis von 21 bis 21,50 Euro kalkuliert.

Die frischen Aktien sollen Aktionären am 25. Juni ins Depot gebucht werden, wenn sie sich für den Kauf entscheiden. Insgesamt sammelt die Bank 8,5 Milliarden Euro ein: 1,75 Milliarden Euro spült der exklusive Anteilsverkauf an den Scheich von Katar in die Kasse, weitere 6,75 Milliarden kommen aus der öffentlichen Platzierung – das sind einige Hundert Millionen Euro mehr als zunächst geplant. Die begleitenden Investmentbanken hatten die Emission der Bank garantiert.

Mit dem Geld wollen die beiden Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen die bislang vergleichsweise dünne Kapitaldecke aufpolstern und im Investmentbanking angreifen – insbesondere im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, Devisen und Rohstoffen, aus dem sich derzeit viele europäische Rivalen wegen der hohen regulatorischen Hürden zurückziehen. Die Deutsche Bank sieht hier aber die einmalige Chance, in die Weltspitze vorzustoßen und den US-Größen an der Wall Street die Stirn zu bieten.

Die Bank ist allerdings schwach ins zweite Quartal gestartet. Im 839 Seiten starken Prospekt zur Kapitalerhöhung berichtet das Unternehmen, dass das Kerngeschäft Investmentbanking auch im April und Mai noch nicht wieder angezogen habe. Insbesondere im Anleihehandel dürften die Einnahmen ähnlich stark gesunken sein wie im Auftaktquartal. Die Kunden hielten sich zurück. Die interne „Bad Bank“, in der die Bank nicht-strategisches Geschäft bündelt, habe ihren Vorsteuerverlust aber reduzieren können.

Ein Teil der Einnahmen dürfte nach Einschätzung von Experten jedoch auch dafür benötigt werden, um bei den schwelenden Rechtsstreitigkeiten auf der sicheren Seite zu sein. Das war bei Anlegern zuletzt auf deutliche Kritik gestoßen. Große Fondsgesellschaften haben aber signalisiert, bei der Kapitalerhöhung mitzuziehen, um ihre Anteile nicht allzu sehr verwässern zu lassen.

Am Vortag hatte es Verzögerungen bei der Kapitalerhöhung gegeben. Zunächst musste der Einstieg des neuen Großaktionärs aus Katar ins Aktienregister eingetragen werden. Das Registergericht Frankfurt gab am Donnerstagmorgen grünes Licht. Hintergrund der Verzögerung: Auch der neue Großaktionär will seine Bezugsrechte bei der öffentlichen Platzierung wahrnehmen.

Die Aktie der Deutschen Bank notierte am Mittag 1,3 Prozent im Minus bei 29,33 Euro und war damit Tagesverlierer im Deutschen Aktienindex Dax.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

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  • muß meine Aussage bezüglich gutes Geld revidieren denn alles Geld von diesem Individium würde auf zweifelhafte Weise erlangt und ist somit geschenktes Geld.

  • da bin ich mal gespannt wie sich der Inder im Vorstand der Deutschen Bank verhält in Bezug auf Ausübung seiner Bezugsrechte.
    anhand seines aktuellen Deutsche Bank Aktienbesitzes müßte er knapp 3,9 Mio Euro gutes Geld schlechtem hinterher werfen.

  • Diese Bank wird durch die Aktienverwässerung weiter viel
    Geld einnehmen. Sollte sie für ein mögliches Unterlaufen
    des amerikanischen Embarkos gegenüber dem Iran verurteilt
    werden, eine Überprüfung findet zur Zeit laut Medienberichten in den USA statt,
    dann könnte eine angekündigte Strafe wie bei einer französichen Großbank anstehen. Sie wird ev. 10 Mrd. Dollar als Strafe bezahlen müssen. Ob bei solch einer ähnlichen Strafe in dieser Höhe viel Freude bei den Aktionären aufkommt, möchte ich bezweifeln.

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