Adidas-Aktie
Der Ball rollt, der Rubel nicht

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Hoffen auf das zweite Halbjahr

Dass Anleger eher an den Erfolg des US-Rivalen glauben, zeigt sich auch im Aktienkurs: Die Nike-Aktie hat innerhalb eines Jahres fast 17 Prozent an Wert gewonnen – fast spiegelbildlich zum 15-prozentigen Verlust der Adidas-Aktie.

Nächstes Adidas-Problem ist das schwächelnde Gewinnwachstum. Die Umsätze wachsen, doch die Gewinnspannen schrumpfen. So konnte Adidas bereits über 14 Millionen offizielle WM-Fußbälle verkaufen – eine Million mehr als bei der WM in Südafrika. Auch die WM-Trikots gehen weg wie warme Semmeln: Allein das DFB-Shirt werde wohl gut zwei Millionen Mal verkauft – einer neuer Rekord.

Trotzdem dürfte das zweite Quartal schwierig verlaufen sein, schreibt Michael Kuhn von der Deutschen Bank in seiner Studie vom Dienstag. „Der Umsatz dürfte sich zwar verbessert, die Profitabilität aber weiter unter Druck gestanden haben.“ Allerdings seien die Perspektiven für das zweite Halbjahr etwas besser.

Trotz aller Widrigkeiten haben Analysten die Adidas-Aktie noch nicht abgeschrieben und sehen sie als unterbewertet. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 88,28 Euro - aktuell liegt die Aktie bei 72,60 Euro. Für Adidas spreche, dass der deutsche Konzern schneller in Asien wachse, schrieb Analyst Jürgen Kolb Analysehaus Kepler Cheuvreux, der das Kursziel der Aktie bei 95 Euro sehe.

Auch das Analysehaus Hauck & Aufhäuser sieht die Adidas-Aktie künftig bei 95 Euro. Vor allem die Schwellenländer würden in Zukunft solides Wachstum bringen, schrieb Analyst Christian Schwenkenbecher in seiner Studie. Der aktuell niedrige Kurs der Adidas-Aktie sei demnach eine Kaufgelegenheit, zumal er von einer Dividendenerhöhung im Jahr 2016 auf 2,22 Euro ausgeht – eine Steigerung von 14 Prozent. 2014 lag die Dividende noch bei 1,50 Euro.

Insgesamt stehen der Aktie damit wohl bessere Zeiten bevor. Die Früchte der WM konnte die Adidas-Aktie noch nicht ernten – noch nicht. Das zweite Halbjahr dürfte dies ändern.

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Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Walter Epp
Walter Epp
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter

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