Aktie des Tages
Daimler-Aktie knickt ein

Aktien von Daimler zählen schon wieder zu den größten Verlierern. Analysten schrauben ihre Prognosen herunter. Sorgen bereitet dem Konzern vor allem das Lkw-Geschäft.
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HB FRANKFURT. Die Daimler-Aktie ihre Kursverluste vom Vortag ausgeweitet und Händlern zufolge vor allem unter anhaltenden Sorgen um das Lkw-Geschäft gelitten. Die Anteilsscheine fielen um 5,6 Prozent auf 33,09 Euro. Am Dienstag hatten die Daimler-Titel bereits etwas mehr als zwei Prozent eingebüßt, während sie nach der Vorlage der vorläufigen Eckdaten am 19. Oktober sieben Prozent hinzugewonnen hatten.

Daimler hatte am Vortag endgültige Zahlen zum dritten Quartal vorgelegt und dabei unter anderem gesagt, dass das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) der Lastwagen-Sparte im vierten Quartal voraussichtlich unter dem des dritten bleiben werde. Die Hersteller kämpfen in diesem Bereich mit einem Marktrückgang von fast 50 Prozent. Die höhere Zahl der neuen Bestellungen, vor allem aus Nordamerika, sei zwar ein frühes Zeichen, dass die Nachfrage sich erhole, doch es spielten auch Vorzieheffekte wegen neuer Abgasvorschriften eine Rolle, hatte Finanzvorstand Bodo Uebber am Dienstag gesagt. In Europa werde zudem bislang keine Trendumkehr gesehen.

Vor allem diese Aussagen zum Lkw-Geschäft, so meinte ein Händler, hätten die auch charttechnisch deutlich angeschlagenen Daimler-Titel weiter unter Druck gebracht. Einige Analystenkommentare, die an diesem Tag im Anschluss an die Zahlenvorlage veröffentlicht wurden, würden zudem nach "Wasser auf die Mühlen gießen".

Commerzbank-Analyst Daniel Schwarz sieht etwa die Lkw-Sparte samt der Management-Prognosen zum vierten Quartal in diesem Segment als negativen Punkt innerhalb des Geschäftsberichts. Er änderte daher seine Prognose für das Ergebnis je Aktie für 2009 von minus 1,39 Euro auf minus 2,02 Euro, um dies zu reflektieren, beließ die Aktie aber zugleich auf "Buy" mit einem Kursziel von 40,00 Euro. Auch Michael Punzet, Analyst bei der DZ Bank, betonte: "Unsicherheiten bleiben trotz besserem dritten Quartal bestehen". Er bleibt bei seiner "Verkaufen"-Empfehlung.

"Das Lkw-Geschäft blieb der Schwachpunkt von Daimler. Daimler Trucks war der einzige Geschäftsbereich der im abgelaufenen Vierteljahr in der Verlustzone operierte", urteilte auch Sven Diermeier von Independent Research und verwies darauf, dass sich Daimler in Bezug auf diese Sparte insgesamt "besonders zurückhaltend" geäußert habe. "Hier wird ein EBIT-Verlust erwartet, der höher als im Vorquartal liegen wird, was wir als Enttäuschung werten", so der Experte, der die Aktie aber weiterhin mit "Akkumulieren" und einem Kursziel von 39,00 Euro bewertet.

Analyst Georg Stürzer von der Unicredit hingegen wurde positiv überrascht von den Ergebnissen der Lkw-Sparte im dritten Quartal, da er eigenen Angaben zufolge "Schlimmeres befürchtet" hatte. Das Kursziel für die Daimler-Aktie hob er aufgrund der deutlich positiven Entwicklung bei der Nettoliquidität von 39,00 auf 40,00 Euro an. Die Aktie bestätigte er mit "Buy".

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