Aktie im Fokus
Anleger greifen bei VW zu

Die Aktien der deutschen Autobauer sind derzeit gefragt. BMW, Daimler, allen voran VW. Die Wolfsburger profitieren derzeit von ihrem Chinageschäft; immer mehr Asiaten wollen offenbar Volkswagen fahren.
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HB FRANKFURT. Nach starken Absatzzahlen aus China haben die Anleger am Dienstag wieder bei VW zugegriffen. Die Aktien von Europas größtem Autobauer zogen bis zum frühen Nachmittag um 1,9 Prozent auf 92,22 Euro an. VW hatte von Januar bis September seine Auslieferungen in die Volksrepublik um 39 Prozent auf 1,5 Millionen Autos gesteigert und damit schon mehr als im gesamten Vorjahr verkauft. "Das hat der Aktie sicherlich Schub gegeben", sagte ein Händler.

Die Autowerte zählen im Dax in diesem Jahr zu den großen Favoriten. VW haben seit Jahresanfang 41 Prozent, Daimler knapp 28 Prozent und BMW sgar über 57 Prozent an Wert gewonnen. Eine Kaufempfehlung trieb Daimler am Dienstag um 3,6 Prozent in die Höhe, BMW legten 0,5 Prozent zu.

Im nächsten Jahr will VW in China sogar mehr als zwei Millionen Fahrzeuge verkaufen und stockt derzeit seine Kapazitäten vor Ort mit Milliardeninvestitionen auf. Volkswagen-Chef Martin Winterkorn setzt vor allem auf Wachstum in Schwellenländern wie China, Indien und Brasilien, um den japanischen Weltmarktführer Toyota bis 2018 vom Thron zu stoßen.

In den ersten neun Monaten verkaufte VW laut Winterkorn erstmals deutlich mehr als fünf Millionen Autos und profitierte dabei vor allem von Zuwächsen in China und den USA. Die genauen Zahlen hat der Konzern bisher noch nicht veröffentlicht. Auch bei Oberklasseautobauern wie Daimler, BMW und Audi lässt die hohe Nachfrage aus China derzeit die Kassen klingeln.

Bei den Analysten kommen die Zahlen aus Wolfsburg sehr gut an: Die französische Investmentbank Cheuvreux hob das Kursziel für VW-Vorzüge von 105 auf 110 Euro an. Die Aktie belißene sie auf der "Selected List". Der Autokonzern habe dank seiner breiten Produktpalette und des Engagements in vielen Märkten alle Voraussetzungen, um in den kommenden Jahren vom erwarteten Marktwachstum zu profitieren, schrieb Analyst Alexander Neuberger in einer aktuellen Studie. Entscheidend seien dabei das China-Geschäft und der Ausbau der US-Aktivitäten. Neuberger hob seine Gewinnschätzungen bis 2012 an und lobte auch die weiter sehr attraktive Bewertung der VW-Vorzüge.

Gute Noten gibt es auch von HSBC. Dort hob man das Kursziel für die Vorzugsaktien von 115 auf 124 Euro an; die Empfehlung lautet weiterhin "kaufen". Da der saisonal bedingte Rückgang geringer gewesen sei als sonst üblich, dürften die Wolfsburger im dritten Jahresviertel einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 1,2 Milliarden Euro erzielt haben, sagt Analyst Horst Schneider. Aufgrund seiner hohen Erwartungen für das dritte und vierte Quartal habe er seine EBIT-Prognose für 2010 von 4,8 auf 5,5 Milliarden Euro angehoben. Sie liege nun 20 Prozent über den Markterwartungen.

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