Aktie im Fokus
Erfolgsgeschichte mit geringer Rendite für Aktionäre

Der BVB schickt sich an, das Rekordergebnis des Doublejahres zu toppen. Doch im Aktienkurs spiegelt sich das noch nicht wider. Das liegt vor allem an der Skepsis der Aktionäre.
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DortmundWenn am Mittwoch das Viertelfinale des DFB-Pokals angepfiffen wird, trifft Rekordmeister Bayern München auf Meister Borussia Dortmund. Finanziell schließen die Borussen zu den Bayern auf. Im ersten Halbjahr haben die Schwarzgelben einen Umsatz von 124,1 Millionen Euro erwirtschaftet - das sind 22,4 Prozent mehr als im Doublejahr. Insbesondere die Erfolge aus der Champions League bessern die BVB-Bilanz auf. Der Gewinn legte um 1,4 Millionen Euro auf nun 14,2 Millionen Euro zu. Damit steuern die Borussen auf einen neuen Bundesliga-Rekord zu.

Und in der BVB-Bilanz schlummern noch stille Reserven. Die "immateriellen Vermögenswerte", zu denen unter anderem die Mannschaft zählt, werden derzeit mit 38,4 Millionen angegeben. Durch den Reus-Transfer stieg der Buchwert zwar um rund 13 Millionen - er liegt aber immer noch deutlich unter dem Wert, den die Mannschaft tatsächlich am Markt erzielen würde.

Allein durch den Ausrüstervertrag mit Puma ist auch der Umsatz im Merchandising um sechs Millionen Euro auf nun 17,8 Millionen Euro gestiegen. Zudem profitiert der BVB von zusätzlichen TV-Einnahmen von rund acht Millionen Euro, die im Wesentlichen mit Einnahmen aus der Champions League zu begründen sind.

Nachdem der Verein vor acht Jahren nur knapp der Insolvenz entging und jahrelang im Mittelfeld der Liga dümpelte, ist Borussia Dortmund damit auch finanziell zurück in der Erfolgsspur. Der Erfolg hat einen Namen: Seit Trainer Jürgen Klopp 2008 das Kommando übernommen hat, geht es auch mit dem Aktienkurs stetig aufwärts. Vergangene Saison gelang das erste Double der Vereinsgeschichte - Meisterschaft und Pokalsieg in einer Saison.

Doch von diesem Märchen können nur Aktionäre profitieren, die in den letzten Jahren eingestiegen sind. Mit der knapp abgewendeten Insolvenz 2005 schmierte die Aktie (DE0005493092) von 10 Euro auf 2,50 Euro ab, erreichte in der Folge sogar Penny-Stock-Niveau. Mittlerweile hat sich der Kurs wieder auf 3,25 Euro erholt. Vom durchschnittlichen Ausgabekurs von 4,98 Euro ist die Aktie aber weiterhin weit entfernt.

„Wir sehen leider, dass viele Leute die Vergangenheit, die Borussia Dortmund hat, noch weiter präsent haben“, sagt BVB-Finanzgeschäftsführer Thomas Treß, die rechte Hand von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Erstmals seit dem Börsengang vor zwölf Jahren zahlte der Club zuletzt auch wieder eine Dividende, um Aktionäre zu locken. Sechs Cent je Aktie. Ein Wert, der so manchen Analysten enttäuscht hat, obwohl der der BVB mit einer Dividendenrendite von knapp zwei Prozent mit Börsengrößen wie SAP oder Infineon mithalten kann.

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  • "Beim Gewinn sehen viele Analysten keine großen Steigerungsmöglichkeiten. Der Grund hierfür liegt an der fehlenden internationalen Vermarktung des Vereins."

    Hm, viele Analysten?? Es gibt derzeit nur einen, Egon Kränzle. Sebastian Hein hat offensichtlich die Coverage eingestellt.

    Und die fehlende internationale Vermarktung ist eigentlich ein zwingender Grund hier sehr große Steigerungsmöglichkeiten zu sehen. "Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga (DFL) Christian Seifert hält eine drastische Steigerung bis hin zu einer Verdopplung der Einnahmen bis 2015 für realistisch. "

    http://bvbaktie.blogspot.de/2013/02/tv-vermarktung.html

    Bei der Inlandsvermarktung gilt ab der nächsten Saison der neue TV Vertrag, eine Steigerung von unfaßbaren 52%.

    Wie man auf diesen Titel kommt "Erfolgsgeschichte ohne Auszahlung" ist mir auch schleierhaft. Vor den drei Titeln dümpelte die Aktie bei einem Euro, zuweilen gar bei 0,80, nun hat sich der Kurs knapp vervierfacht, dazu die Dividende, anscheinend hat sich der Erfolg für die Aktionäre gelohnt.

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