Aktie im Fokus
Lufthansa mit neuen Zielen

Mit einem größeren Angebot an Billigfliegern will sich Lufthansa dem Konkurrenzdruck entgegenstellen. Den Aktionären gefällt die Strategie. Die Aktie erholt sich vom massiven Kursverlust der vergangenen Tage.
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Düsseldorf Erst vor gut zwei Monaten übernahm Carsten Spohr die Führung von Europas größter Airline von Christoph Franz. Am Mittwoch stellte der neue Chef seine erste Kursbestimmung vor und gab bekannt, dass die Airline mit einem größeren Angebot an Billigfliegern dem zunehmenden Konkurrenzdruck durch Golf-Airlines und Billig-Airlines entgegenstellen will.

Der Konzern plane, sein Konzept, das er bei der Billig-Tochter Germanwings eingeführt habe, zu erweitern, „in eine Wings-Familie“, sagte Spohr. Dazu solle die Tochtergesellschaft Eurowings ab dem kommenden Frühjahr in Europa zu einem zweiten Billig-Anbieter neben Germanwings werden, der Europa-Flüge anbieten soll. Gleichzeitig solle die Germanwings-Flotte bis Frühjahr 2015 von derzeit 23 auf 60 Flugzeuge anwachsen.

Anleger nahmen die neue Strategie positiv auf. Am Mittwoch legte die Kranich-Aktie um 2,7 Prozent auf 15,43 Euro zu und erholt sich damit vom massiven Kursverlust des vergangen Monats. Auch andere Luftfahrtwerte konnten sich am Mittwoch auskurieren. Air Berlin, Air France, Ryanair, EasyJet und die British Airways-Mutter IAG gewannen allesamt 0,6 bis drei Prozent.

Als erste europäische Airline will Lufthansa ab Ende 2015 zudem eine neue Billigmarke für Langstreckenflüge initiieren, kündigte Spohr am Mittwoch an. Ein Name für die neue Marke stehe noch nicht fest. Starten sollten die Flieger dieser Billig-Langstrecken-Linie „eher in München oder Nordrhein-Westfalen anstatt in Frankfurt, wo wir schon ein großes Angebot haben“, sagte Spohr.

Auf Monatssicht hatte die Aktie vor der Ankündigung über 20 Prozent verloren. Grund hierfür war die Bekanntgabe einer Gewinnzielsenkung wegen schwacher Geschäfte im Passagier- und Frachtbereich. Auch die am Dienstag bekanntgegebene Prognosesenkung von Air France hatte den deutschen Luftfahrkonzern weiter ins Minus sinken lassen.

Aus Sicht des Charttechnikers Holger Struck ist es dennoch schwer vorstellbar, dass die Aktie wieder wesentlich über die bei 17,50 Euro angesiedelten Widerstände hinauskommt. Bestätigt sich damit das nun im Bereich von 20 bis 20,50 Euro erkennbare Doppeltop, so müsse man glasklar von einer Schließung der im Chart förmlich ins Auge springenden Kurslücke vom Jahresbeginn ausgehen. Damit wäre die Aktie dann bei 16,06 Euro und - problematisch - bereits recht deutlich unterhalb der besagten 200-Tage-Linie. „Man müsste sich für die nächsten Monate dann eher an den Kursbereich von circa 14 Euro gewöhnen“, sagt Struck.

Thomas Terhorst
Thomas Terhorst
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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