Aktie im Fokus
Post enttäuscht – Aktie bricht ein

Die Deutsche Post hat ihre Aktionäre enttäuscht. Nach den heute vorgelegten Zahlren fuhr das Unternehmenf im vergangenen Jahr einen Milliardenverlust ein. Noch schwerer wiegt nach Ansicht von Experten aber die Tatsache, dass die Dividende deutlich unter den Erwartungen liegen wird. Die Aktie der Post verliert mehr als zehn Prozent.

HB FRANKFURT. Anleger haben die Aktien der Deutschen Post nach einem für 2008 ausgewiesenen Milliardenverlust abgestraft. Die Papiere brachen am Donnerstag bis zu 12,75 Prozent auf 7,29 Euro ein. Vor allem die Dividende, die mit 60 Cent rund 30 Cent unter den Markterwartungen liegt, kam an der Börse schlecht an. Das sei "eine große Enttäuschung" gewesen, sagte ein Händler. "Das dürfte auf den Titeln lasten."

Zudem kämpft der Konzern nach dem ersten Verlust seit dem Börsengang im Jahr 2000 mit einem Einbruch der Umsätze im laufenden Jahr. Die Analysten der LBBW sehen kurzfristig "keine Impulse für einen bedeutenden Kursanstieg." Allerdings sollten aus ihrer Sicht die schlechten Nachrichten nun weitgehend im Kurs enthalten sein, weswegen ihre Anlageempfehlung "Halten" weiter gelte. Das Kursziel reduzierte die LBBW auf neun von zehn Euro.

Entscheidender als die bereits Ende Januar veröffentlichten Kernzahlen für 2008 dürften nach Einschätzung der DZ Bank die aktuelle operative Entwicklung und die Umsetzung der US-Express-Restrukturierung sein. "Das Amerika-Geschäft scheint schlechter zu laufen, als die schlimmsten Befürchtungen vermuten ließen", sagte ein Händler. Zudem belasteten die Postbank-Abschreibungen.

Morgan Stanley

hat die Einschätzung von Deutsche Post auf "Underweight" mit einem Kursziel von 9,00 Euro belassen. Die Kürzung der Dividende des Post - und Logistikunternehmens sei stärker und früher als erwartet eingetreten, sagte Analyst Menno Sanderse. Der Ausblick für das Geschäftsjahr 2009 sowie die Zahlen zum vierten Quartal hatten ebenfalls enttäuscht. Die Deutsche Post werde dem Analysten zufolge von der wirtschaftlichen Krise stärker betroffen sein als der niederländische Rivale TNT.

"Alles in allem begrüßen wir die Fortschritte bei der Restrukturierung und sehen nötige Abschreibungen als gutes Zeichen - als einen Weg, um die Luft zu reinigen für 2009", hieß es hingegen bei JP Morgan.

Auch die Commerzbank sieht die Zahlen gelassen. Die Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr sei im Rahmen der vorläufigen Ergebnisse und der Erwartungen ausgefallen, schrieb Analyst Frank Skodzik in einer am Donnerstag vorgelegten Studie. Gleichzeitg kritisierte er, dass die geplante Dividende enttäuschend niedrig ausgefallen sei. Das Kursziel für die Aktien der Post senkte der Analyst von 12,50 auf 11,00 Euro. Da er für 2009 mit einem stabilen Briefgeschäft und Einsparungen rechne, beließ er aber die Einstufung auf "Buy".

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%