Aktie im Fokus
Praktiker-Aktie: Das Schlimmste ist vorbei

Deutschlands zweitgrößte Baumarktkette hat im ersten Halbjahr die schwache Konjunktur zu spüren bekommen. Doch die Aktie verzeichnet seit Tagen Gewinne. Auch heute geht es für den MDax-Wert wieder kräftig aufwärts. JP Morgan hat die Aktie deutlich heraufgestuft. Hoffnungsschimmer sollen vor allem aus dem Ausland kommen.

fgh DÜSSELDORF. Seit Tagen kennt die Aktie der Baumarkt-Kette Praktiker nur eine Richtung: aufwärts. Gut 28 Prozent hat der im MDax notierte Nebenwert in den vergangenen sieben Handelstagen an Wert zugelegt, rund 40 Prozent Plus sind es auf Sicht von vier Wochen. Heute erreicht die Aktie mit 9,20 Euro am Nachmittag (plus fünf Prozent) den höchsten Stand seit dem vergangenen September, als der Wert etwas über zehn Euro notierte.

Praktiker betreibt in Deutschland 336 Märkte, davon 76 unter der Marke Max Bahr. Im Ausland kommt die Baumarktkette auf gut 100 Standorte. Zwar hat der Wettbewerber von Hornbach und Obi auch im zweiten Quartal die schwache Konjunktur zu spüren bekommen. In Vergleich zu einem schwachen Jahresauftakt mit roten Zahlen konnte Deutschlands zweitgrößte Baumarktkette in den Monaten April bis einschließlich Juni aber wieder Boden auf dem Heimatmarkt gut machen. Das warme Wetter kurbelte vor allem den Verkauf von Garten- und Saisonartikeln an. Der Konzern gewann weitere Marktanteile, was Praktiker auch mit preisaggressiven Marketingkampagnen in den gleichnamigen Märkten erklärt. Schwach entwickelte sich dagegen das Geschäft im Ausland, wo sich die Rezession und die nachlassende Nachfrage nach Bau- und Renovierungsartikeln bemerkbar machten.

Für die heutigen Kursgewinne der Aktie machen Marktteilnehmer in erster Linie eine positive Bewertung der Investmentbank JP Morgan verantwortlich. Analyst Jaime Vazquez, der den Wert vor einem Monat noch mit "Neutral" eingestuft hatte, hebt nun die Praktiker-Aktie auf "Overweight" und nennt nun ein deutlich angehobenes Kursziel von 11 (zuvor 6,25) Euro. Gemäß der Einstufung geht JP Morgan davon aus, dass sich die Aktie in den kommenden sechs bis zwölf Monaten besser als der vom Analystenteam beobachtete Sektor entwickeln wird.

Die Hochstufung resultiere aus seiner optimistischeren Sichtweise für das Deutschland-Geschäft der Baumarktkette, schreibt der Londoner Experte, der auch seine Prognose für den Gewinn je Praktiker-Aktie für 2010 um 62 Prozent auf 0,91 Euro erhöht hat. Damit liegt er 86 Prozent über den Markterwartungen. Dennoch werde die Aktie auch mit dem neuen Kursziel noch unter dem Branchendurchschnitt gehandelt, schreibt Vazquez.

Der Analyst glaubt, dass das Schlimmste hinter Praktiker liegt. Neben einer erwarteten Erholung der deutschen Wirtschaft dürfte sich auch insbesondere der griechische Markt fangen. Auch der scharfe Rückgang in Polen sollte sich als Einmal-Effekt herausstellen. Hinzu komme der Währungseffekt - auch hier sollte die Belastung nachlassen. Im ersten Quartal 2010 erwartet der Experte sogar einen positiven Effekt, der sich dann auf die Umsätze und die Margen auswirken sollte. Vorsichtiger schätzt Vazquez die Entwicklung in Rumänien, Bulgarien und der Ukraine ein.

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