Aktie im Fokus
Riskante Wette auf Arcandor

Arcandor will sich gesundschrumpfen. Doch an der Börse kommen neue Details zum Sanierungsprogramm nicht gut an. Nach Ansicht von Analysten bleibt die Aktie eine riskante Wette: "Alles oder Nichts".

HB FRANKFURT. Die Arcandor-Aktie gehört am Montag zu den größten Verlierern im MDax der mittelgroßen Werte. Die Papiere fallen um 7,2 Prozent auf 1,67 Euro.

Für Roger Peeters, Chefstratege bei Close Brothers Seydler Research, bleibt Arcandor eine "Alles oder Nichts"-Wette mit anhaltend hohen Risiken. "Nicht mehr und nicht weniger", sagte der Experte.

Der angeschlagene Handels - und Touristikkonzern (Karstadt, Thomas Cook) braucht für seine Sanierung in den kommenden fünf Jahren weitere Kredite. Für die Maßnahmen des Konsolidierungsprogramms seien zusätzlich zur anstehenden Refinanzierung im Sommer 2009 in den kommenden fünf Jahren finanzielle Mittel in Höhe von 900 Millionen Euro notwendig, teilte das Unternehmen mit.

„Das Problem ist, dass die Rettung des Konzerns trotzdem nicht sicher ist“, sagte ein Analyst. „Welche Bank das finanzieren soll, ist mir nicht klar.“ Er wies darauf hin, dass das Sanierungspaket einen Bruch mit der Strategie des vorherigen Konzernchefs Thomas Middelhoff bedeute, der vor allem auf das Premiumsegment gesetzt hatte. „Die Pressemitteilung war im Grunde genommen eine riesige Klatsche für Middelhoff.“

Zuvor hatte der neue Vorstandschef Karl-Gerhard Eick in einem Interview mit der "Bild am Sonntag" von einer "schweren Lage" gesprochen, in der sich der Konzern befinde. Die Lage des Konzerns scheine langfristig zu schwierig zu sein, um einen dauerhaften Gewinn zu erwarten, sagte ein Börsianer.

115 Quelle-Technikcenter und rund 1500 Quelle-Shops sowie acht Karstadt-Filialen zählt Arcandor nicht mehr zum Kerngeschäft beziehungsweise hält sie für sanierungsbedürftig. Sie werden in einem eigenen Vorstandsressort "weiterentwickelt". Auch seine Premium-Häuser siedelt der Konzern hier an. "Aber nicht weil sie unprofitabel sind, sondern weil wir uns auf die profilierte Mitte der Gesellschaft konzentrieren wollen", erklärte Eick.

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