Aktie im Fokus: Vossloh
Die Weichen sind gestellt

Lokomotiven, Nahverkehrstechnik und Schienenbefestigungen: Ein Verkehrstechnikkonzern aus dem Sauerland profitiert von der Renaissance der Eisenbahn. Mit überzeugenden Zahlen setzte sich Vossloh heute an die Spitze des MDax.

HB FRANKFURT. Der öffentliche Nahverkehr liegt voll im Trend. Nun springen auch Aktionäre auf diesen Zug. Mit einem Plus von über 11 Prozent auf knapp 83 Euro führt die Aktie von Vossloh, ein Hersteller für Eisenbahntechnik, heute die Gewinnerliste im MDax an.

Das Unternehmen aus dem sauerländischen Werdohl befestigt Schienen, baut Diesellokomotiven und sorgt für die elektrische Ausrüstung bei Stadt- und Straßenbahnen. Vossloh legte heute die Zahlen für das zweite Quartal vor. Sie übertrafen deutlich die Erwartungen der Analysten. Der Umsatz von April bis Juni stieg im Vorjahresvergleich von 270 auf 303 Millionen Euro, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 32,9 auf 35,9 Millionen Euro.

Auch die Auftragszahlen entwickelten sich positiv. Besonders aus China kamen zuletzt große Aufträge für Hochgeschwindigkeitsstrecken. Von Januar bis Juni machte Vossloh mehr als ein Viertel seines Geschäfts außerhalb Europas und näherte sich damit seinem Ziel von 30 Prozent an. Zudem rechnet Vossloh damit, dass der anstehende Verkauf der Gleisbau-Sparte einen Buchgewinn von 42 Millionen Euro in die Kassen spülen wird.

"Die Marktreaktion ist alles andere als unbegründet", sagt der Commerzbank-Analyst Ingo-Martin Schachel. Die Börse habe sich insbesondere Sorgen gemacht, was die Rohstoffkosten angeht. Die Stahlpreise sind in den vergangenen Monaten enorm gestiegen. "Vossloh hat es aber geschafft, durch entsprechende Verträge und eine gute Bevorratung die Margen hoch zu halten", sagt Schachel. Die Commerzbank habe bereits höhere Erwartungen gehabt als der Markt, doch selbst die seien noch übertroffen worden. "Die vorlegten Zahlen waren sehr gut", sagt der Analyst. Schachel lobt insbesondere den Ausbau des hochprofitablen Geschäfts mit Schienenbefestigungen in China. Hier erziele Vossloh seinen Schätzungen zufolge eine Ebit-Marge von 22 bis 24 Prozent.

Auch den Verkauf der Gleisbau-Sparte bewertet Schachel positiv. "Der Zweig passt eher zu einem Baukonzern als zu Vossloh", sagt Schachel. Mit dem französischen Bauunternehmen Vinci habe das MDax-Unternehmen einen Käufer gefunden, der bereit sei, einen hohen strategischen Preis zu zahlen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%