Aktie unter der Lupe
Palfinger steuert gut durch die Krise

Viele Unternehmen, die im Boomjahr 1999 an die Börse kamen, sind heute nur noch einen Bruchteil ihres Ausgabepreises wert. Ganz so schlimm traf es die Aktie des österreichischen Krantechnik-Spezialisten Palfinger nicht. Die wurde vor rund vier Jahren zu 21 Euro ausgegeben und kostet auch nach jahrelanger Talfahrt an den Börsen immerhin noch 16,30 Euro. Und es könnten schon bald wieder 20 Euro werden, geht es nach Ralf Burchert von der österreichischen Ersten Bank. Der Grund: Die Zurückhaltung der Kunden, die vor allem im zweiten Halbjahr 2002 Umsatz und Gewinn stark geschmälert hat, ist wohl zu Ende.

FRANKFURT/M. Das gilt zwar für die meisten der insgesamt 80 Länder weltweit, in denen Palfinger mit seinen Produkten vertreten ist. Im Hauptabsatzmarkt Deutschland ist die Nachfrage aber nach wie vor gering. Im ersten Quartal lag der Umsatz von Palfinger Deutschland um 12 % unter dem des Vorjahreszeitraumes. Und auch für das gesamte Jahr zeichnet sich hier zu Lande keine Belebung ab. Indikator hierfür sind die Lkw-Zulassungen, bei denen 2003 ein Rückgang um 5 bis 10 % erwartet wird. Palfinger liefert dafür vom Ladekran über die Hebebühne bis hin zum so genannten Crayler, einem transportablen Gabelstapler, vieles, was das Be- und Entladen erleichtert.

„Eine konjunkturelle Erholung in Deutschland wäre wohl das schlagkräftigste Argument für die Aktie“, sagt Reinhard Ebenauer von österreichischen Raiffeisen Centrobank. Da diese aber nicht in Sicht ist, sieht er die Hoffnung auf einen weiteren schnellen Kursanstieg als gering an. Bei 17 Euro liegt deshalb sein Kursziel, zumal sich dann das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Aktie auch im langjährigen Durchschnitt befindet. Dagegen sieht Burchert bei einem KGV von 8 eine deutliche Unterbewertung der Aktie gegenüber Vergleichswerten der Branche.

Auch wenn das Deutschland-Geschäft weiter zu wünschen übrig lässt, andere Gefahren, die der Aktie noch vor einiger Zeit drohten, scheinen inzwischen gebannt. So ist die Abhängigkeit vom Dollar geringer, da Palfinger seine Kräne nicht mehr von Europa aus nach Nordamerika liefert, sondern direkt in Kanada zusammenbauen lässt. In der Vergangenheit lag der Anteil am Gesamtumsatz dort bei rund 10 %.

Ebenfalls gebannt sein dürfte eine andere Gefahr: Die Herausnahme aus dem Wiener Standardwerte-Index ATX. Obwohl Palfinger inzwischen dort in puncto Marktgewicht schwächster von insgesamt 21 Werten ist, dürften bei der nächsten Überprüfung im September wohl zunächst die beiden Übernahmekandidaten Brau Union und BWT aus dem Kursbarometer genommen werden.

Außer Frage steht sowohl bei Kunden als auch bei Analysten indes die Qualität von Palfinger-Produkten. Analyst Ebenauer bezeichnet die Systeme aus Bergheim bei Salzburg gar als den „Mercedes unter den Ladekränen“. Hinzu kämen Spezialsysteme wie Kräne zur Brückeninspektion, die ebenfalls durch technischen Fortschritt glänzten: Beispielsweise berechnen sie sowohl gefährliche Windgeschwindigkeiten als auch Schwingungen und dämpfen diese.

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