Aktien des Jahres
Auch 2010 war ein Jahr des Apfels

Apple-Chef Steve Jobs brach mit seinem Unternehmen in diesem Jahr Rekord um Rekord. Und obwohl die Produkte mit dem Apfel nicht immer einwandfrei sind, reißen sich die Konsumenten darum. Gerade deshalb sind viele Analysten auch für die Zukunft optimistisch für die Apple-Aktie.
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STUTTGART. Für Apple geht ein Rekordjahr zu Ende: der höchste Aktienkurs in der Unternehmensgeschichte, der beste Apple-Quartalsumsatz aller Zeiten und eine ebenso pompöse wie heiß erwartete Markteinführung des Tablet-Computers iPad. Und die Analysten rechnen damit, dass die Kalifornier im kommenden Jahr noch mehr Fahrt aufnehmen: Analyst Bill Shope von Goldman Sachs etwa setzte die Aktie vor wenigen Tagen auf seine Liste mit "Überzeugungskäufen"; Ben Reitzes von Barclays Capital hält Apple nach wie vor für "attraktiv bewertet".

Das sind große Vorschusslorbeeren für eine Aktie, die im Oktober erstmals die 300-Dollar-Marke knackte und damit den Marktwert des Unternehmens auf rund 275 Milliarden Dollar trieb. Inzwischen hat Apple selbst diesen Meilenstein weit hinter sich gelassen und notiert bei rund 320 Dollar - ein Plus von mehr als 50 Prozent seit Anfang Januar. Doch die Analysten halten es für möglich, dass Apple im kommenden Jahr sogar auf rund 400 Dollar zulegen könnte.

Der wichtigste Grund für ihren Optimismus: Die Kunden sind verrückt nach Apples Produkten. Selbst technische Probleme können sie nicht vergrätzen, wie sich nach der Markteinführung des neuesten iPhones im Juni zeigte. Seine Antenne war zu störungsanfällig und verursachte immer wieder Schwierigkeiten beim Empfang. Erst eine Schutzhülle, die Apple kostenlos an die Kunden verteilte, konnte das Problem beheben. Trotzdem verkaufte sich das iPhone 4 so gut, dass es einen beträchtlichen Teil zum Rekordumsatz im vierten Geschäftsquartal beitrug.

Die Analysten von Stifel Nicolaus schätzen, dass die Verkaufszahlen für iPad, iPhone 4 und auch für die Mac-Computer - die im ersten Jahresquartal die besten Verkaufszahlen aller Zeiten außerhalb des Weihnachtsgeschäfts einfuhren - 2011 weiter wachsen werden. Allein in Deutschland werde der Absatz von Smartphones, zu denen auch das iPhone zählt, um fast 40 Prozent steigen und damit erstmals die Zehn-Millionen-Marke übersteigen, erwartet der Hightech-Verband Bitkom. Knapp 60 Millionen iPhones und 37 Millionen iPads sollte Apple im kommenden Jahr laut Analystenprognosen verkaufen.

Apple legt sich mit allen an

Die ungebrochene Begeisterung der Fans wird auch nicht dadurch getrübt, dass Apple einen harten Kurs fährt und sich in diesem Jahr nicht davor scheute, sich mit allen anzulegen. Mit der Konkurrenz liegt das Unternehmen ohnehin im Dauerclinch und sitzt mal auf der Klägerseite, mal auf der Anklagebank. Einer der größten Rechtsstreits endete im Oktober mit einer vorläufigen Niederlage für Apple, bei der die Kläger eine Entschädigung von 625 Millionen Dollar zugesprochen bekamen.

Auch die Mobilfunkbetreiber sind auf Apple nicht gut zu sprechen. Seit der US-Konzern im November Handys mit eigener Sim-Karte ankündigte, was sowohl Apple als auch die Handynutzer wesentlich unabhängiger von den Mobilfunkgesellschaften machen würde. Und die deutschen Verlagshäuser vergrätzte Apple noch kurz vor dem Weihnachtsgeschäft: Eigentlich hätten Axel Springer und DuMont-Schauberg das iPad in einem Paket mit Zeitungsabos vertreiben dürfen. Doch dann zog Apple seine ursprüngliche Zusage zurück - ohne Angabe von Gründen.

Dass sich die Kalifornier so etwas leisten können, liegt auch an ihrer beispiellosen Innovationskraft. Kein anderer IT-Konzern weltweit schafft es wie Apple, ständig neue Ideen und Produkte auf den Markt zu bringen und damit so gut wie jedes Mal riesige Erfolge zu feiern. Die nächste Innovation steht bereits Anfang Januar an: Dann geht der "Mac App Store" an den Start, ein Online-Geschäft für Macintosh-Programme. Damit soll das Herunterladen neuer Computerprogramme so schnell und problemlos funktionieren wie der Kauf eines Songs in Apples iTunes-Laden. Die Analysten erwarten nach dem Start von Mac App weitere Umsatzgewinne für Apple.

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  • Na klar steigt der Kurs, aber nur bis zur nächsten Gewinnwarnung und dann möchte ich kein Appleaktionär sein.Wenn das bei Apple keine Spekulationslase ist- was dann?

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