Aktien des Jahres
Das überraschende Comeback von Pro Sieben Sat1

Der Medienkonzern profitierte in diesem Jahr von steigenden Werbeeinahmen. Diesen Erfolg honorierten die Anleger mit Zukäufen und hievten Pro Sieben Sat1 mit seinem MDax-Wert auf den ersten Platz unter den größten deutschen Unternehmen. Experten sehen das Potenzial noch nicht ausgeschöpft.
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FRANKFURT. Wenn die Wirtschaft brummt, investieren die Unternehmen wieder mehr in Werbung. Das hat in diesem Jahr besonders der Medienkonzern Pro Sieben Sat1 gespürt. Die Einnahmen sprudelten - und mit ihnen die Konzernerlöse. Die Anleger sind begeistert und haben in diesem Jahr bei den Aktien des Unternehmens beherzt zugegriffen. Dadurch stieg der MDax-Wert um mehr als 180 Prozent - und ist damit Spitzenreiter unter den größten deutschen Unternehmen.

Einer der ersten, der die Gewinnchancen erkannte, war Julien Rossi, Analyst von Morgan Stanley: Im November 2009, bei einem Kurs von 7,50 Euro, stufte er das Papier von Pro Sieben Sat1 als deutlich unterbewertet ein und hob das Kursziel auf 12,50 Euro an. Er sollte Recht behalten. Im Februar und Mai erhöhte Rossi mit 13,25 und 18,50 Euro jeweils seine Schätzung. Wieder zog der Kurs mit.

Hochverschuldeter Medienkonzern

Für das Pro Sieben Sat1 war 2010 das Jahr des Comebacks - nach zuvor extrem harten Zeiten. Der Konzern ächzt seit mehreren Jahren unter einer riesigen Schuldenlast, die ihm durch seine Eigentümer Permira und KKR aufgebürdet worden war. Die beiden Beteiligungsgesellschaften hatten 2007 die Übernahme der SBS Broadcasting Group erzwungen, wofür Pro Sieben Sat1 über 3,4 Milliarden Euro Schulden aufnehmen musste. Als dann im Zuge der Finanzkrise der TV-Werbemarkt einbrach, verloren immer mehr Anleger das Vertrauen. Der Aktienkurs stürzte bis zum Frühling 2009 auf 89 Cent.

Konzernchef Thomas Ebeling steuerte mit einem rigiden Sparkurs gegen, holte Sat1 von Berlin an den Pro-Sieben-Hauptsitz nach Unterföhrung und strich etwa jede achte Stelle. Als Ende 2009 schließlich die Werbeeinnahmen, die den Konzernumsatz bestimmen, wieder zu sprudeln begannen und den Jahresabschluss überraschend ins Plus hievten, war Land in Sicht.

Doch Ebeling gab sich stets betont zurückhaltend. "Der Ausblick ist schwierig, die Unsicherheit bleibt", sagte er bei der Vorstellung der Quartalszahlen im April - und machte weiter seine Hausaufgaben. Mitte des Jahres verkaufte er den defizitären Nachrichtenkanal N24 an eine Investorengruppe rund um den ehemaligen "Spiegel"-Chefredakteur Stefan Aust und konnte den Schuldenstand um 150 Millionen auf 3,27 Milliarden Euro senken.

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  • Höre niemals auf eine Analystenmeinung!!!!
    Als ich mir die Aktie im Dezember 2008 ins Depot legte, schrieben ALLE Analysten verkaufen verkaufen!!! bei 4€ kamen die ersten und sagten übergewichten! ViEL ZU SPÄT!!!
    Dank Pro7sat1 habe ich die ersten 1250% Reingewinn gemacht! Herzlichen Dank dafür! :-)ES WAR EiNE WiRKLiCH SCHÖNE ZEiT MiT DER AKTiE iM DEPOT!!!
    PS: ich sage jetzt verkaufen!!!

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