Aktienflop des Tages
Roth & Rau stürzt ab

Der Vorstand von Roth und Rau verunsichert die Anleger. Die Geschäfte laufen schlechter als erwartet. Wie schlecht bleibt offen. Die Investoren wundern sich und die Aktie stürzt ab.
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Wer an der Börse nicht Wort halten kann, hat meistens wenig Freunde. Kurz nach Börsenschluss kassierte gestern der Solarzulieferer Roth & Rau seine vollmundige Jahresprognose. Angesichts der „erheblichen Unsicherheiten über die weitere Marktentwicklung“ könne der Vorstand derzeit keine belastbare Prognose für dieses Jahr abgeben, teilte das im TecDax notierte sächsische Unternehmen in Hohenstein-Ernstthal mit.

Bislang hatte die Firma, die gerade vom Schweizer Konkurrenten Meyer Burger übernommen wird, einen Umsatz von 300 bis 325 Millionen Euro bei einer operativen Marge (EBIT) von vier bis sieben Prozent angekündigt. Im vergangenen Jahr hatte der Maschinenbauer allerdings einen Verlust erwirtschaftet.

Im zweiten Quartal liefen die Geschäfte weiter schlecht. Insgesamt sammelten die Sachsen lediglich Aufträge über 29 Millionen Euro ein, dem standen zugleich Stornierungen über 17 Millionen Euro gegenüber. Wegen der schwachen Nachfrage nach Solarmodulen hätten einige Kunden ihre Investitionsvorhaben zum Ausbau ihrer Produktionskapazitäten auf den Prüfstand gestellt und vereinbarte Liefertermine verschoben. Für das erste Halbjahr kündigte Roth & Rau einen operativen Verlust an. Die endgültigen Zahlen will das Unternehmen am 16. August vorlegen.

Die Aktie rutschte zwischenzeitlich tief ins Minus. Bis zu 7,5 Prozent ging es heute in der Spitze runter. Roth und Rau sorgt als spekulativer Wert bei Aktionären für Spannung. Wer zum Jahreswechsel einstieg, verbuchte einen Gewinn von knapp 80 Prozent. In den vergangenen zwölf Monaten steht allerdings ein Verlust von knapp zehn Prozent zu Buche. In der vergangenen Woche ging es zwölf Prozent rauf.

Für die Zukunft sind Analysten eher skeptisch. Equinet stufte Roth & Rau nach Senkung der Jahresprognose herunter auf "Hold" von "Accumulate". Das Kursziel sinkt von 23 Euro auf 22 Euro. Zuletzt sorgte ein pessimistischer Kommentar von Goldman Sachs für deutsche Solarwerte für Aufsehen. Es gebe wachsende Konkurrenz aus den USA und China, die vor allem durch niedrigere Preise in den Markt drängten, erläuterten die Analysten.

Jens Hagen
Jens Hagen
Handelsblatt / Redakteur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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