Aktienfokus
Börsenbetreiber unter Druck

Die Aktien der europäischen Börsenbetreiber stehen trotz des anhaltenden Fusionspokers weiter unter Druck. Die Fünf-Länder-Börse Euronext bekam zwar durch den Großaktionär Atticus Rückendeckung für ihre Strategie, büßte aber erneut deutlich an Wert ein.

dpa-afx FRANKFURT/LONDON/PARIS. Die Aktien der europäischen Börsenbetreiber stehen trotz des anhaltenden Fusionspokers weiter unter Druck. Die Fünf-Länder-Börse Euronext bekam zwar durch den Großaktionär Atticus Rückendeckung für ihre Strategie, büßte aber erneut deutlich an Wert ein. In London rutschten die Titel der London Stock Exchange (LSE) kräftig ins Minus, nachdem die US-Technologiebörse Nasdaq möglicherweise vor Schwierigkeiten beim Einstieg steht. Von der Deutschen Börse gab es nach der Hauptversammlung vom Vortag kaum Neues, die Titel werden ex Dividende von 2,10 Euro gehandelt.

Gegen 10.40 Uhr standen Aktien des deutschen Börsenbetreibers optisch mit 4,38 Prozent auf 95,78 Euro deutlicher im Minus, bereinigt um die Dividende verloren die Titel nach anfänglichen Gewinnen 2,27 Prozent. Die LSE brach in London regelrecht ein und gab 7,57 Prozent auf 1 099,00 Pence ab. Auch die Aktien der Euronext standen mit 4,40 Prozent auf 64,05 Euro im Minus, Händler verwiesen auf eine mögliche Abstufung durch die Ratingagentur Moody's. Die Aktienmärkte gaben ebenfalls Zähler ab: Der Dax stand mit minus 0,01 Prozent auf 5 586,68 Punkte kaum verändert. Der CAC 40 fiel um 0,39 Prozent auf 4 851,14 Punkte, der Ftse-100-Index gab in London 0,10 Prozent auf 5 581,60 Zähler ab.

Bereits am Vortag hatte die Deutsche Börse mit Verlusten zu kämpfen, Händler zeigten sich von den Aussagen aus der Hauptversammlung enttäuscht. Ein konkreter Plan sei nicht erkennbar gewesen, hieß es. Auch Analysten äußerten sich besorgt, der deutsche Börsenplatz könnte isoliert werden. "Die Rückendeckung für Euronext durch Atticus ist natürlich nicht hilfreich", hieß es zudem von einem Börsianer.

Die Ratingagentur Moody's hält einen Zusammenschluss der Fünf-Länder-Börse Euronext mit einem anderen Börsenbetreiber für sehr wahrscheinlich, blickt einer solchen Fusion jedoch mit Bedenken entgegen. Damit sei die zukünftige finanzielle Situation unsicher, schrieben die Experten und setzten daher ihr Aa2-Rating unter Beobachtung. Im Falle eines Zusammenschlusses könne die Verschuldung im Verhältnis zum operativen Gewinn ansteigen.

Der Großaktionär Atticus unterstützt hingegen den Nyse-freundlichen Kurs des Euronext-Vorstands. "Wir teilen die Einschätzung des Verwaltungsrats und der Vorstandsetage der Euronext, welches Angebot das beste für die Aktionäre ist", teilte Atticus in der Nacht zum Donnerstag in New York mit.

Für die US-Technologiebörse Nasdaq könnte es hingegen zu Schwierigkeiten in Bezug auf ihren Einstieg beim britischen Börsenbetreiber kommen. Die Mitglieder der einflussreichen London Investment Banking Association (Liba) erwägten, die britische Wettbewerbsbehörde einzuschalten, berichtete die Zeitung "Daily Telegraph" (Donnerstag) ohne Quellenangabe. Durch das Office of fair Trading soll geklärt werden, ob die Übernahme von 25 Prozent einen unangemessenen Einfluss gebe.

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