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Deutsche Börse knapp behauptet

Aktien der Deutschen Börse haben am Dienstag mit leichten Kursverlusten auf weitere Zugeständnisse im Übernahmekampf um die Euronext reagiert. Gegen 10.05 Uhr gaben die Aktien des Frankfurter Börsenbetreibers 0,37 Prozent auf 100,55 Euro ab.

dpa-afx FRANKFURT. Aktien der Deutschen Börse haben am Dienstag mit leichten Kursverlusten auf weitere Zugeständnisse im Übernahmekampf um die Euronext reagiert. Gegen 10.05 Uhr gaben die Aktien des Frankfurter Börsenbetreibers 0,37 Prozent auf 100,55 Euro ab. Euronext-Titel verloren 0,72 Prozent auf 68,50 Euro. Der deutsche Leitindex Dax sank um 0,50 Prozent auf 5 411,96 Zähler.

Die Deutsche Börse zeigte sich kompromissbereit im Übernahmekampf um Europas Mehrländerbörse und rückte von Frankfurt als Zentrale eines fusionierten Börsenkonzerns ab. "Die finanziellen Konditionen der Transaktion bleiben unverändert", teilte die Deutsche Börse am Montag nach Börsenschluss mit. Spekulationen um ein Übernahmeangebot für die Borsa Italiana wurden nicht kommentiert - man verwies auf die am Vorabend veröffentlichte Mitteilung der Deutschen Börse über eine mögliche Partnerschaft mit der Borsa Italiana.

Der Markt habe auf eine höher Barkomponente gehofft, sagte ein Händler zur neuen Offerte für Euronext. Dass der deutsche Börsenbetreiber auf Frankfurt als Hauptsitz verzichten wolle, sei das wichtigste Zugeständnis und habe eine politische Dimension. Er halte es für möglich, dass die Euronext-Geschäftsf ührung nun dem Angebot des deutschen Konkurrenten zustimmen werde. Allerdings müssten die Euronext-Aktionäre noch überzeugt werden.

Nach Ansicht eines anderen Marktbeobachters sind allerdings die Barkomponente und die Gesamthöhe des Angebots die entscheidenden Faktoren für die Hedge-Fonds, die an der Euronext beteiligt sind. "Alles läuft auf einen Showdown zwischen der Nyse und der Deutschen Börse in ein paar Wochen hinaus", sagte er. Die jüngsten Zugeständnisse der Frankfurter seien nicht so bedeutend, dass sie allein etwas ändern würden. Der Experte schloss nicht aus, dass sowohl die Deutsche Börse als auch die um Euronext konkurrierende Nyse Group entgegen bisher anders lautenden Aussagen ihre Offerten erhöhen könnten.

Auch Analysten gehen davon aus, dass die beiden Interessenten auch noch tiefer in die Tasche greifen werden, um die Aktionäre der Mehrländerbörse auf ihre Seite zu ziehen. Es sei sehr wahrscheinlich, dass die Frankfurter ihr Angebot für Euronext erhöhen könnten, sagte Roland Pfänder von equinet. Er bestätigte die Aktien des deutschen Börsenbetreibers mit "Reduce" und einem Kursziel von 102 Euro.

Die Zugeständnisse der Deutschen Börse, die nicht mehr auf Frankfurt als Hauptsitz der Verwaltung bestehe, seien "weitreichend, jedoch notwendig, um eine Fusion doch noch zu realisieren", schreibt Olaf Kayser in einer Studie vom Dienstag. Die Euronext-Anleger hätten nun keinen Grund mehr, eine Dominanz der Frankfurter zu befürchten. Die Zugeständnisse dürften allerdings etwas zu Lasten der erwarteten Synergieeffekte von 300 Mill. Euro gehen.

Auch Kayser rechnet damit, dass sowohl die Deutsche Börse als auch ihr US-Rivale nötigenfalls ihre Offerten aufstocken werden. Es sei ein Bieterkampf zu erwarten, in dem nicht so schnell eine Entscheidung fallen werde, so der Experte weiter. Bisher habe die Euronext noch keinen Termin für eine außerordentliche Hauptversammlung anberaumt, die über die konkurrierenden Angebote entscheiden müsse.

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