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Deutsche Halbleiterwerte trotzen AMD-Gewinnwarnung

Die deutschen Halbleiterwerte haben sich am Freitagmorgen trotz einer Gewinnwarnung des US-Chipherstellers Advanced Micro Devices (AMD) behaupten können und entwickelten sich besser als der schwache Markt.

dpa-afx FRANKFURT. Die deutschen Halbleiterwerte haben sich am Freitagmorgen trotz einer Gewinnwarnung des US-Chipherstellers Advanced Micro Devices (AMD) behaupten können und entwickelten sich besser als der schwache Markt. Infineon-Papiere verloren gegen 10.55 Uhr um 0,57 Prozent auf 8,73 Euro, nachdem sie zuvor auf bis zu 8,66 Euro abgesackt waren. Der Leitindex Dax gab um 0,84 Prozent auf 5 647,70 Punkte nach. Titel von Epcos fielen um 0,55 Prozent auf 10,90 Euro. Der TecDax ging um 1,32 Prozent auf 648,82 Zähler zurück.

Händler sahen übereinstimmend keinen großen Einfluss der AMD-Zahlen auf die deutschen Chipwerte und sprachen von einem generell dünnen Handelsvolumen am deutschen Markt, der sich ohne Impulse zeige. Die Zahlen der US-Gesellschaft hätten vorbörslich auch wenig Interesse gefunden, hieß es von einem Marktteilnehmer.

Ähnlich äußerte sich Analyst Guenther Hollfelder von der HVB. Die AMD-Zahlen sollten keinen wesentlichen Einfluss auf die Aktien des Münchener Chipherstellers haben, schreibt er in einer am Freitag veröffentlichten Studie. Für die unerwartet schwache Entwicklung bei dem US-Unternehmen gebe es verschiedene Gründe, vor allem den Preiskampf mit dem Rivalen Intel . Er dürfte im zweiten Halbjahr das saisonal ohnehin starke Geschäft mit Computern noch anheizen. Die Ankündigung von Intel, die Preise für Prozessoren, die im Juli auf den Markt kämen, um bis zu 60 Prozent zu senken, könnten bei den Computerherstellern zuletzt für eine Nachfrageflaute gesorgt haben. Dies sollte aber ein temporäres Problem bleiben. Der Experte bestätigte die Infineon-Aktien mit "Outperform" und einem Kursziel von 12 Euro.

AMD hat trotz einer kräftigen Umsatzsteigerung im abgelaufenen zweiten Quartal die eigenen Erwartungen und die Prognosen der Analysten verfehlt. Die Erlöse seien nach vorläufigen Berechnungen um 52 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 1,22 Mrd. Dollar geklettert, teilte die Gesellschaft am Donnerstagabend (Ortszeit) in Sunnyvale (US-Bundesstaat Kalifornien) mit. Die von Thomson Financial befragten Analysten hatten im Durchschnitt einen Umsatz von 1,31 Mrd. Dollar erwartet. Gegenüber dem Vorquartal hatte der Chip-Produzent selbst mit einem leichten Rückgang gerechnet. Tatsächlich sackte der Umsatz im Vergleich zum ersten Quartal um neun Prozent ab.

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