Amazon-Aktie zählt seit Monaten zu den Lieblingen
Anleger suchen wieder Chancen im Web

Die Amazon-Aktionäre wird es gefreut haben: 1,3 Millionen Bücher des fünften Harry Potter Bandes hat der Online-Buchhändler zum Verkaufsstart am vergangenen Freitag an seine Kunden verschickt. Für Amazon war es die größte Auslieferung eines Buches an einem einzigen Tag.

FRANKFURT/M. Bislang lag der Rekord bei 410 000 Büchern – es war der vierte Band über den kleinen Zauberlehrling Harry Potter. Zwar wurde der neue Verkaufsrekord mit einem Preisabschlag von 40 % je Buch erkauft, allein der Werbegag dürfte diesen jedoch mehr als wett gemacht haben, glauben Analysten.

Die Amazon-Aktie zählt indes bereits seit Monaten zu den Lieblingen der Anleger. Rund 70 % hat sie seit Februar zulegt. Trotzdem sehen etliche Analysten weiteres Aufwärtspotenzial. Die Experten des US-Investmenthauses Soundview Technology haben beispielsweise erst in der vergangenen Woche das Kursziel für die Aktie von 30 auf 40 Dollar angehoben. Grund dafür ist, dass der Gewinn in diesem Jahr höher ausfallen könnten als bisher erwartet. Dass die Aktie zuletzt schon wieder ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von über 50 für das Jahr 2004 aufweist, stört dabei anscheinend nur wenig. Auch Jeetil Patel, Analyst von der Deutschen Bank, bestätigte am vergangenen Donnerstag seine Kaufempfehlung für den Online-Händler.

Wie Amazon schafften in den vergangenen Monaten auch andere bedeutende Internet-Werte aus dem Nasdaq-100-Index wie Ebay oder Yahoo hohe Zuwächse und bewegen sich inzwischen in KGV-Regionen jenseits der 50. Wer trotzdem auf Internet-Werte setzt, begründet dies damit, dass es sich bei diesen Werten inzwischen um weltweit anerkannte Konzerne handelt, die Gewinne erwirtschaften und nicht mehr mit hoch spekulativen Internet-Werten früherer Jahre zu vergleichen sind. Die Zuwachszahlen belegen das: Im ersten Quartal wurden im bedeutendsten Internet-Markt USA 26 % mehr im Online-Handel umgesetzt als im Vorjahreszeitraum. Das ist weit mehr, als sonst im Handel an Zuwächsen zu erzielen ist.

Das trifft gerade auch für Ebay zu. Das Online-Auktionshaus schafft nach Ansicht von Lanny Baker in diesem Jahr einen Gewinn je Aktie von 1,45 Dollar und im kommenden Jahr von 1,95 Dollar. Für weitere Phantasie sorgt zudem, dass vor zwei Wochen für 150 Mill. Dollar in bar die restlichen 67 % an dem größten chinesischen Online-Auktionshaus Eachnet übernommen wurden. Das dürfte Ebay im größten Volk der Welt bisher ungeahnte Chancen eröffnen, glaubt Mary Meeker von Morgan Stanley.

Als aussichtsreichster US- Internet-Titel gilt jedoch Inter Active Corp., die bis letzten Donnerstag unter dem Namen USA Interactive auftraten. 15 von 17 Analysten, die laut Bloomberg den Wert beobachten, empfehlen ihn zum Kauf. Für den Internet-Dienstleister spricht ihrer Ansicht nach nicht nur, dass die Aktie die Talfahrt an den Börsen gut überstanden hat, sondern dass das Unternehmen zuletzt durch umsatzträchtige Zukäufe wie Expedia.com, Hotels.com oder Home Shopping Networks aufgefallen ist. Für Phantasie sorgt zudem, dass sich Inter Active derzeit im Turn Around befindet. Für 2004 rechnen Analysten mit Gewinnen von bis zu 1 Dollar je Aktie.

Ähnlich wie in den USA ist die Situation auch bei großen deutschen Internetwerten. T-Online, United Internet und Web.de legten in den vergangenen Monaten beeindruckende Kurssprünge hin. Aber auch sie gelten gemeinhin schon wieder als zu teuer. Eine positive Ausnahme stellt dabei United Internet dar: Mit einem KGV von lediglich um 20 für dieses und das kommende Jahr hat die Aktie in den Augen vieler Analysten noch immer Potenzial. Adrian Hopkinson von West LB Panmure hat deshalb sein Kursziel in der vergangenen Woche von 15 auf 19,50 Euro erhöht. Gründe sind der größere Firmenkundenanteil, neue Anwendungsmöglichkeiten sowie höhere Durchschnittsumsätze pro Nutzer.

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