Analyse
Experte: „Dienstmädchenhausse“ treibt Goldpreis

Die kräftige Erholung des Goldpreises im Verlauf der Woche ist nach Einschätzung des Rohstoffexperten Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg in erster Linie dem starken Engagement von Kleinanleger zu verdanken.

Stuttgart (dpa-AFX Broker) - Die kräftige Erholung des Goldpreises im Verlauf der Woche ist nach Einschätzung des Rohstoffexperten Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg in erster Linie dem starken Engagement von Kleinanleger zu verdanken. "Die Profis verkaufen und die Kleinanleger steigen ein", beschrieb Schallenberger in einer Studie vom Freitag das Handelsgeschehen am Goldmarkt. Er sieht die Situation als ein gutes Beispiel für eine so genannte "Dienstmädchenhausse". Ökonomen verwenden den Begriff gemeinhin, wenn starke Kursbewegungen durch Käufe von Privatanleger ausgelöst werden.

Auch wenn sich Profis derzeit aus dem Goldmarkt zurückziehen, müssen die Privatanleger mit ihren Engagement nicht falsch liegen, sagte Schallenberg weiter. Im Gegenteil: "Die Dienstmädchen haben einige gute Argumente auf ihrer Seite", sagte der Experte. Die Nachfrage nach dem gelben Edelmetall sei weiter robust, und die Inflationsraten dürften in den führenden Volkswirtschaften auf absehbare Zeit hoch bleiben. Außerdem hätten die geopolitischen Spannungen mit dem Georgien-Konflikt zugenommen, die Krise an den Finanzmärkten sorge nach wie vor für Negativ-Schlagzeilen, die Minenförderung von Gold sei weiter rückläufig und für die Schmuckproduktion bestehe ein deutliches Nachholpotenzial, so Schallenberger.

"Die Wahrscheinlichkeit, dass die Dienstmädchen den Profis in den nächsten Wochen ein Schnippchen schlagen ist tatsächlich gar nicht so klein", sagte Schallenberger weiter. Die fundamentalen Gründe würden dafür sprechen, dass der Goldpreis spätestens im Herbst wieder Kurs auf die Marke von 1 000 Dollar nimmt.

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