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Analyse HVB: Bei Münchener Rück kein höheres S & P-Rating 2005 - 'Outperform'

Die HVB rechnet ungeachtet diverser Bemühungen der Münchener Rück nicht mit einem besseren Standard & Poor's-Rating für den weltgrößten Rückversicherer im laufenden Jahr.

dpa-afx MÜNCHEN. Die HVB rechnet ungeachtet diverser Bemühungen der Münchener Rück nicht mit einem besseren Standard & Poor's-Rating für den weltgrößten Rückversicherer im laufenden Jahr. "Eine Rating-Hochstufung bei Standard & Poor's (S & P) wird nicht vor 2006 kommen", teilte Analyst Lucio Di Geronimo am Donnerstag in München mit. Die Bewertung der Kreditwürdigkeit ist für Rückversicherer bei Verhandlungen mit ihren Kunden, den Erstversicherern, wichtig. Die HVB stuft die Aktie der Münchener Rück aktuell mit "Outperform" ein.

"Derzeit ist die Münchener Rück in verschiedenen Bereichen sehr aktiv, um ihre Ratings zu halten beziehungsweise zu verbessern", schrieb Di Geronimo. Er nannte hier den jüngst auf unter fünf Prozent gesenkten Anteil an der Allianz . AM Best habe den Rückversicherer auf die "Watchlist" mit negativen Implikationen genommen, erwäge also eine Abstufung der Kreditwürdigkeit. Nun müsse geprüft werden, ob die Maßnahmen der Münchener Rück ausreichten, um die derzeitige Bonitäts-Bewertung "A+" von AM Best zu retten. S & P stuft die Kreditwürdigkeit der Münchner mit "A+" ein, der Ausblick ist stabil.

Thema American RE

Als weitere Schritte der Münchener Gesellschaft wertet der HVB-Analyst die Absichten der Münchener Rück, ihren Anteil an der Hypovereinsbank (HVB) im Zuge deren geplanter Fusion mit der italienischen Unicredit auf unter fünf Prozent abzubauen. Damit sei dann auch diese Beteiligung keine Belastung mehr für die Gesellschaft, was das Rating anbelange. "Daher bleibt nur, das Thema Rückstellungen bei der American Re zu lösen", schrieb Di Geronimo. Nun stelle sich die Frage, welche Reserveerhöhungen die Münchner bei ihrer US-Tochter tragen könnten.

Zudem müssten die Auswirkungen auf die verschiedenen Ratings sowie die Gewinnprognose im Auge behalten werden. Die Münchener Rück habe über ihren zweistufigen Allianz-Anteilsverkauf wohl einen Kapitalgewinn von etwa 700 bis 750 Mill. Euro erzielt. Zusätzliche Kapitalgewinne könnten aus dem Abbau der HVB-Beteiligung in die Kassen der Gruppe fließen. "Das Unternehmen kann zusätzliche Rückstellungen bei der American Re von 1,1 bis 1,2 Mrd. Euro stemmen, ohne das Jahresüberschuss-Ziel zu gefährden", schrieb der HVB-Analyst.

Wohl Deutliche Aufstockung DER Reserven

"Da die Münchener Rück ständig mit AM Best und Standard & Poor's spricht, glauben wir, dass die Gesellschaft eine Lösung finden kann, ihre gegenwärtige 'A+'-Einstufung bei AM Best zu bewahren." Di Geronimo schätzt, dass der Rückversicherer Gewinne aus den Allianz- und HVB-Transaktionen dazu nutzt, die Reserven bei der American Re im zweiten Quartal um mindestens 1,1 Mrd. Euro (1,3 Mrd Dollar) aufzupolstern. Die Münchener Rück nenne hier eine Konsensschätzung von einer Milliarde Dollar.

Entsprechend der Einstufung "Outperform" erwartet die HVB in den kommenden sechs Monaten eine Kursentwicklung für die im Dax notierte Aktie der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG, die um mehr als fünf Prozentpunkte über der Index-Prognose der Bank liegt.

Analysierendes Institut: HVB.

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