Analysten beurteilen Perspektiven unterschiedlich
Schwache Chip-Konjunktur belastet ASML

Der Chipmaschinen-Hersteller ASM Lithography (ASML) hat sich zurückhaltend zum weiteren Geschäftsverlauf in diesem Jahr geäußert. Einige Kunden hätten Auslieferungen verschoben. Zudem müssen noch in diesem Jahr 60 Millionen Dollar wegen eines Patentstreits an den Konkurrenten Nikon gezahlt werden.

HB DÜSSELDORF. Bislang hatte ASML in diesem Jahr gute Zahlen vorgelegt. So stieg beispielsweise der Umsatz des niederländischen Unternehmens im ersten Halbjahr um 65 Prozent gegenüber der gleichen Vorjahresperiode. Das vergangene Jahr hatte ASML mit einem Verlust von 160 Mill. Euro abgeschlossen.

Trotz des positiven Trends in diesem Jahr brach der Kurs seit Jahresbeginn um rund 35 Prozent ein. Ein wichtiger Grund dürfte ist die schwächelnde Chipkonjunktur. ASML entwickelt und baut Belichtungsanlagen zur Herstellung von Halbleitern. Die Anlagen werden im niederländischen Veldhoven zusammengeschraubt. Die Produktion der wichtigsten Bauteile hat ASML indessen ausgelagert.

In den 80er und 90er-Jahren eroberte das 1984 aus dem Philips- Konzern ausgegründete Unternehmen Marktanteile und erschreckte damit die beiden wichtigsten Konkurrenten Nikon und Canon. Heute ist ASML nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei Lithographiesystemen für die Halbleiterindustrie. Noch ist ASML ein Einproduktunternehmen. Doch das Management plant, durch den Einstieg ins Geschäft mit Flüssigkristall-Anzeigen (LCD) zu diversifizieren.

Insgesamt hat ASML im ersten Halbjahr 130 Chip-Anlagen verkauft, 56 mehr als im Vorjahreshalbjahr. Im Durchschnitt kostet eine Maschinen elf Millionen Euro. Die Umsätze kletterten so beinahe wieder auf den Stand des Jahres 2000, dem Jahr vor der schweren Krise der Chipindustrie. ASML-Kunden sind führende Chiphersteller wie Intel, Infineon, Motorola, Samsung und die beiden taiwanesischen Chipauftragsfertiger TSMC und UMC. Der schwache Ausblick des weltgrößten Chipherstellers Intel, ein Kunde von ASML, hat kürzlich die Finanzmärkte weltweit belastet. Ohnehin scheint der Chipindustrie ein schwieriges Jahr bevorzustehen, Marktforschungsinstitute wie Isuppli und Gartner haben ihre Wachstumsprognosen für den Sektor jüngst nach unten korrigiert.

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