Analysten loben Expansionsstrategie und gesunde Finanzen
Grupo Modelo gilt als Wachstumswert

Wer in deutschen Kneipen vor ein paar Jahren ein Corona bestellte, musste zumeist zehn Mark auf den Tresen legen. Ganz so viel kostet das Bier heute zwar nicht mehr, aber mit einem Preis von 3,50 Euro ist es im Schnitt noch immer deutlich teurer als andere Biere.

HB MEXIKO-STADT. Das liegt zum einen am Kultstatus von Corona, aber auch daran, dass es von weit her kommt. Denn gebraut wird das Bier in Mexiko – von der siebtgrößten Brauerei der Welt, Grupo Modelo.

Einst als Familienunternehmen gestartet, ist die Brauerei heute eines der besten Beispiele für die gelungene Globalisierung mexikanischer Unternehmen, lobt Esteban Rojas, Chefanalyst beim Wertpapierhaus Arka. Seit rund 15 Jahren exportiert Modelo seine insgesamt zehn Biermarken in über 150 Länder – von Amerika über Europa bis Asien. Größter Absatzmarkt sind die USA, wohin das Unternehmen 85 Prozent seiner Exporte liefert.

Doch bisher verkauft Modelo erst 29 Prozent seiner Produktion ins Ausland. Daher will das Unternehmen dieses Jahr seine Expansionsstrategie fortsetzen: „China stellt für uns die große Herausforderung der Zukunft da“, sagt Vorstandsmitglied Jorge Siegrist Prado. Auch vor der Haustür will Modelo neue Absatzmärkte erschließen und hat vor allem ein Auge auf Brasilien geworfen. Der riesige Markt gilt allerdings als sehr umkämpft und hat mit Ambev einen großen lokalen Konkurrenten, der alleine 68 Prozent des Bierabsatzes beherrscht. Insgesamt plant das Unternehmen Modelo, das ausschließlich in Mexiko braut, dieses Jahr Investitionen in Höhe von 350 Millionen Dollar in die sieben Brauereien und die Vertriebsstruktur.

Die Basis des Unternehmens ist jedoch Mexiko, wo Modelo 71 Prozent seines Umsatzes erzielt und sich den Markt mit dem nationalen Konkurrenten Femsa teilt. Auf dem heimischen Markt hält Modelo einen Anteil von 57 Prozent. Femsa, das neben Bier auch noch Brausegetränke verkauft, hält nahezu den Rest. Denn die Beteiligung ausländischer Brauereien wie der niederländischen Heineken und Anheuser-Busch aus den USA sei verschwindend gering, sagt Jorge Lagunas, Konsumanalyst beim Broker Interacciones.

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