Analysten sehen kurzfristig für den Kurs noch Potenzial
Leichter Aufwind für die Iberia-Aktie

In den vergangenen drei Monaten hat die Iberia-Aktie aufgrund der Ölpreis-Entwicklung alle Höhen und Tiefen durchgemacht. Im März notierte sie noch bei 2,65 Euro, rutschte dann bis Ende April jedoch unter 2,40 Euro ab. Für den Rest des Jahres sehen die Analysten zwar keine wirkliche Beruhigung, sie erwarten aber, dass die Aktie in den kommenden zwölf Monaten auf 2,80 Euro steigen kann.

MADRID. „Wir raten zu leichten Zukäufen“, sagt David Cabeza vom Madrider Broker Renta 4. Die Deutsche Bank stufte Iberia jüngst von „halten“ auf „kaufen“ hoch. Der spanische Broker Ibersecurities sieht das Kursziel gar bei drei Euro. Die Aktie sei noch billig, heißt es. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt derzeit bei 13,85 auf Basis der erwarteten Gewinne.

Auch der vor wenigen Wochen vorgestellte Sparplan von Iberia-Präsident Fernando Conte gefällt den Börsianern. Nach der Ankündigung ging der Kurs direkt nach oben. Von 2006 bis 2008 sollen die Kosten um 600 Millionen Euro nach unten gedrückt werden. In den vergangenen Jahren schaffte es die Airline bereits, den Gewinn trotz der schwierigen Marktsituation durch eine bessere Ausgabenkontrolle deutlich zu steigern. Diesmal wollen die Spanier, die in den ersten drei Monaten stark unter dem hohen Ölpreis gelitten haben, vor allem beim Energieverbrauch sparen. 30 neue Airbus-Flugzeuge sollen dabei helfen, die Kosten um 150 Millionen Euro zu drücken.

Aber auch bei den Gehältern der 25 000 Angestellten soll gestrichen werden. Conte hat den Gewerkschaften vorgeschlagen, die Löhne im kommenden Jahr einzufrieren. Damit könnten 28 Millionen Euro eingespart werden. Weitere Maßnahmen werden noch angekündigt. Sie sollen helfen, im zunehmenden Preis-Wettbewerb zu bestehen, aber auch den Verlust an Marktanteilen im eigenen Land kompensieren. Die Konkurrenten Air Europa und Spanair werden immer stärker und die Ausweitung des nationalen Hochgeschwindigkeitsnetz für Züge macht Iberia zu schaffen. „Wenn wir jetzt nichts tun, dann fliegen wir in drei Jahren in die Verlustzone“, sagte CEO Angel Mullor kürzlich vor Journalisten.

An Dividenden sollen jedoch nicht gespart werden. In diesem Jahr will Iberia sieben Cent je Aktie auszahlen, im Jahr 2006 rund zwei Prozent mehr. Für den Nettogewinn von 600 Millionen Euro, den die Fluggesellschaft aus dem Verkauf ihres 18-prozentigen Anteils an dem Reservierungssystem Amadeus erwirtschaftet hat, will sie noch in diesem Jahr eine „bedeutende Sonderdividende“ ausgeben, wie Conte bei der Präsentation des Jahresberichtes vor wenigen Tagen ankündigte. Allerdings werde nicht der gesamte Gewinn ausgeschüttet.

Wichtigster Kurstreiber ist nach Meinung von Analyst Cabeza aber die bei Iberia immer noch diskutierte Fusion mit British Airways: „Der Markt muss konsolidiert werden“, betont Conte immer wieder. „Wir sind einfach zu klein, um allein überleben zu können.“ Iberia ist an der Börse gerade einmal rund 2,5 Milliarden Euro wert. Auch die Gründung einer eigenen Billiglinie steht derzeit bei Iberia zur Diskussion. „Das alles sind im schwierigen Umfeld des Ölpreises Kursphantasien“, sagt Cabeza. Wichtig sei, dass bei einer möglichen Fusion nicht die Strecken-Rechte verloren gingen, die so genannten Slots.

Für die Entwicklung der Aktie sei gerade der lateinamerikanische Markt, wo die Spanier für Flüge von und nach Europa führend sind, enorm wichtig. Hier plant Conte auch weitere Zukäufe. „Das wird den Kurs beflügeln, wenn es sich denn um eine rentable Operation handelt“, sagt Cabeza.

Die Analysten sind sich einig, dass das Unternehmen in diesem Jahr wieder einen Gewinn einfahren wird, auch wenn das erste Quartal schlecht war. Iberia machte hier einen Verlust von 16 Millionen Euro, 60 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum in 2004: Mit dem geplanten Sparprogramm will Conte gegensteuern. Schafft er das, wird ihn die Börse dafür weiter belohnen.

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