Analysten sind skeptisch
Österreichische Post startet Börsengang

Die bislang staatseigene Österreichische Post geht an die Börse. Sie wird von morgen an ihre Aktien zu einem Preis zwischen 17 und 19 Euro anbieten. Die staatliche Holdinggesellschaft ÖIAG, bei der die Beteiligungen des Bundes gebündelt sind, wird 31,5 Millionen Aktien und damit einen Anteil von 49 Prozent der Post abgeben.

WIEN. Der Börsengang, der über die Wiener Börse abgewickelt wird, bringt voraussichtlich knapp 600 Mill. Euro. Erster Handelstag soll der 31. Mai sein.

Der Börsengang ist Teil des Regierungsvorhabens, möglichst viele staatseigene Betriebe zu privatisieren. Österreich ist das dritte europäische Land, das die Post an die Börse bringt. In Deutschland hält der Bund 41,7 Prozent an der Post, in den Niederlanden sind es zehn Prozent, die der Staat an TNT hält. Wie bei der Konkurrenz trägt auch in Österreich das noch immer gegen Wettbewerber geschützte Briefgeschäft den Löwenanteil zu Umsatz und Gewinn der Österreicher bei. Anders als in Deutschland fällt das Briefmonopol der Post in Österreich frühestens im Jahr 2009. Um danach im Wettbewerb bestehen zu können, braucht die Post jetzt Geld für Zukäufe. Vor allem in Osteuropa sucht sie nach Partnern.

Analysten hatten im Vorfeld einen Emissionskurs von unter zehn Euro als attraktiv bezeichnet und vor allem auf den Größenabstand der Österreicher zur Deutschen Post und zur TNT hingewiesen. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) der Österreichischen Post ist im ersten Quartal um 6,9 Prozent auf 37 Mill. Euro gestiegen. Der Jahresgewinn hatte im vergangenen Jahr bei 100 Mill. Euro gelegen. Nach ihren Angaben will die Österreichische Post 70 Prozent ihres Gewinns als Dividende ausschütten.

Belastet wird der Börsengang durch die Krise der österreichischen Gewerkschaftsbank Bawag, die ihre Dienstleistungen auch an den Postschaltern anbietet. Die Post hat nach eigenen Angaben seit Ende April erhebliche Abhebungen von Spareinlagen und eine größere Anzahl von Kontoschließungen verzeichnet.

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur
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