Analystenmeinung
US-Risiken belasten Münchener Rück

Analysten rechnen mit hohen Rückstellungen für Asbest-Risiken bei der US-Tocher American Re.

MÜNCHEN. Das Geschäft der Münchener Rück hat sich erholt, doch der Aktienkurs des weltgrößten Rückversicherers dümpelt um die 90-Euro-Marke herum. Gestern gab das Papier leicht auf 88,30 Euro nach. In der vergangenen Woche war die Aktie stark unter Druck geraten. Auch eine Investorenkonferenz von Vorstandschef Nikolaus von Bomhard Anfang der Woche konnte keinen nachhaltigen Impuls geben.

Es herrscht Verunsicherung im Markt, vor allem, weil der Chef der Münchener Rück noch keinen Hinweis darauf gab, ob und wie hoch wohl Rückstellungen für die Risiken der US-Tochter American Re ausfallen könnten. Die Information, dass ein entsprechendes Gutachten über die Asbestschäden noch in Arbeit sei, sorgt eher noch für ein Andauern der Hängepartie, denn die Schätzungen, wie hoch wohl die Belastungen ausfallen werden, reichen von wenigen hundert bis zu 2 Mrd. Euro.

Zu Recht machten die Kleinaktionäre zuletzt auf der Hauptversammlung ihrem Unmut Luft und bezeichneten die American Re zum wiederholten Male als Fass ohne Boden. Schließlich musste die Münchener Rück in den vergangenen vier Jahren die Reserven für die American Re um fast 4 Mrd. Euro erhöhen. Das Thema ist ein Dauerbrenner und einer der größten Risiken für die Münchener-Rück-Aktie. Außenstehende können die Dimension dessen, was eventuell notwendig sein könnte, kaum absehen. Die rechtliche Situation ist ungewiss, und in den USA wird schon seit längerem überlegt, wie man die Asbestklagewelle stoppen kann. Die versicherungstechnischen Altlasten resultieren aus den Jahren 1997 bis 2001. Zudem hatte die American Re wie andere Rückversicherer die Risiken im amerikanischen Haftpflichtgeschäft unterschätzt und den Kunden zu niedrige Prämien berechnet.

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