Bessere Aussichten für 2004
Analysten bewerten deutsche Konsumwerte skeptisch

Die Nachrichten könnten für Konsumwerte kaum besser sein: Die Bundesregierung verspricht, im Zuge der „Agenda 2010“ die Bürger im nächsten Jahr um rund 22 Mrd. Euro zu entlasten. Wirtschaftsforscher prognostizieren daher ein zumindest verhaltenes Aufleben der Konjunktur – das sich unter Umständen schon im unmittelbar bevorstehenden Weihnachtsgeschäft bemerkbar macht. Dennoch: Die Aktien der Konsumwerte zeigen sich davon wenig beeindruckt. Seit gut zwei Monaten stagnieren die Kurse.

DÜSSELDORF. Dabei waren die Titel noch im Sommer kaum zu bremsen. Metro und Karstadt-Quelle haben ihren Wert zwischen März und September mehr als verdoppelt. Douglas erreichte immerhin ein Plus von über 60 %. Seit dem aber schwindet das Interesse von Anlegern und Analysten. Erst wenn das Reform-Hickhack endlich beigelegt werde, könnte die Rally der Konsumwerte weitergehen, sind sich die meisten Analysten einig.

„Die Menschen wissen einfach nicht, was auf sie zukommt“, sucht Sascha Tinnefeld von der WGZ-Bank nach Erklärungen. „Im Moment kann kaum einer abschätzen, ob er im nächsten Jahr wirklich mehr Geld im Portemonnaie haben wird oder nicht“, meint der Finanzexperte. „Bei soviel Unsicherheit verfällt keiner in einen Kaufrausch“, bestätigt Volker Hergert von der Bankgesellschaft Berlin.

Sogar vom nahenden Weihnachtsgeschäft versprechen sich die meisten Analysten nicht allzu viel. Denn auch wenn der Umsatz zum Fest im Vergleich zum Vorjahr ansteigen sollte, sei das in den aktuellen Kursen längst eingepreist, so der Tenor. „Nach der sehr guten Performance der letzten zwei Quartale ist erstmal nicht mit weiteren Gewinnen zu rechnen“, glaubt daher Hergert.

Am wenigsten Potenzial sehen die Anlageexperten derzeit bei deutschen Werten. KarstadtQuelle sei in diesem Jahr wegen den Restrukturierungen bei Thomas Cook überproportional belastet. „Hier ist erst in 2004 mit einem nahezu ausgeglichenen Ergebnis zu rechnen“, sagt Sascha Tinnefeld von der WGZ-Bank. Von dem eigentlichen Geschäft in den Kaufhäusern oder vom Versandhandel „ist momentan nicht viel zu erwarten“, so der Analyst. Ebenso wenig von Metro-Aktien. Mit einem KGV von rund 20 seien diese relativ hoch bewertet.

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