Beteiligungsgesellschaft pickt sich die Rosinen im Medizintechnik-Markt heraus – Risikostreuung könnte besser sein
Analysten loben Gespür von BB Medtech

Sie sind keine Investmentfonds, aber auch keine reinrassigen Aktien: Beteiligungsgesellschaften konnten ihren Ruf als Exoten der Börse nie abschütteln. Im trägen Seitwärtsmarkt der letzten Monate eilen die Aktien von BB Medtech allerdings von Kurshoch zu Kurshoch. Die im Prime Standard notierte Gesellschaft investiert in Unternehmen der Medizintechnik.

DÜSSELDORF. Mit zuletzt rund 25,50 Euro konnte die BB-Medtech-Aktie seit Jahresbeginn um ein Drittel zulegen und notiert damit nur knapp unter ihrem Anfang Juli aufgestellten Allzeithoch. Experten wie Markus Hamella, Fondsmanager der Bayern Invest, erwarten weiter steigende Kurse. „BB Medtech profitiert von einem erstklassigen Management, das in den vergangenen Jahren ein gutes Gespür für Wachstumsaktien des Medizintechnik-Sektors bewiesen hat“, urteilt Hamella.

Kernbeteiligung mit einem Anteil von zwei Dritteln am gesamten Portfolio ist Nobel Biocare. Das schwedische Unternehmen ist mit einem Marktanteil von 35 Prozent Weltmarktführer im Wachstumsmarkt für Zahnimplantate. „Dieser Bereich wächst mit rund 20 Prozent pro Jahr und damit deutlich schneller als der Medizintechniksektor im Durchschnitt“, sagt Hamella. Weitere Beteiligungen sind der Gerätehersteller Drägerwerk sowie Synthes, ein Marktführer im Gebiet der operativen Knochenbruchheilung.

Das Augenmerk von Anlegern und dem Management von BB Medtech liegt jedoch seit Jahren auf dem Schwergewicht Nobel Biocare. Die Schweden profitieren vom Trend zu mehr Eigenleistung der Patienten in den europäischen Gesundheitssystemen. Deutsche Krankenkassen etwa verweigern bislang die Bezahlung von Implantaten. Diese sind zwar teurer, aber auch langlebiger als Brücken und Kronen. „Bislang machen Implantate je nach Land nur zwischen drei und 28 Prozent aller Zahnersatzbehandlungen aus. Das Marktpotenzial liegt allerdings bei 90 Prozent“, sagt Alexander Burger, Analyst der Landesbank Baden- Württemberg. Burger rät zum Kauf von BB Medtech. „Die Fokussierung auf Medizintechnikunternehmen mit hohem Ertragspotenzial sowie der Abschlag auf den inneren Wert der Beteiligungen machen die Aktie attraktiv“, sagt der Analyst.

Der innere Wert von Beteiligungsaktien wie BB Medtech wird, wie bei Investmentfonds auch, aus der Summe des Börsenwerts aller Beteiligungen berechnet und um Verbindlichkeiten bereinigt. Er beträgt derzeit 28,70 Euro, obwohl die Aktie bei 25,50 notiert. „Diese Differenz von gut zehn Prozent wirkt bei Kursrückgängen als Puffer für mögliche Verluste“, sagt Burger.

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